FCA mahnt zu Sorgfalt bei unregulierten Finanzfirmen
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FCA mahnt zu Sorgfalt bei unregulierten Finanzfirmen

Die britische Finanzaufsicht FCA mahnt regulierte Firmen zur Sorgfalt bei Geschäften mit unregulierten Kreditgebern. Verbraucher, die über diese 'Annex 1'-Firmen Kredite aufnehmen, verlieren wichtige Schutzrechte.

Unregulierte Partner erfordern besondere Prüfung

Die Financial Conduct Authority (FCA) erinnert regulierte Unternehmen eindringlich an die Notwendigkeit, umfassende Prüfungen durchzuführen, wenn sie mit unregulierten Kreditgebern, Verwahrstellen, Geldmaklern und Finanzleasinggesellschaften – den sogenannten 'Annex 1'-Firmen – zusammenarbeiten.

Diese rund 1.200 bei der FCA registrierten Unternehmen unterliegen lediglich den Vorschriften zur Bekämpfung der Geldwäsche.

Ihre Aktivitäten fallen nicht unter das breitere Regelwerk der FCA, was bedeutet, dass Kunden dieser Firmen keinen Zugang zum Financial Ombudsman Service (FOS) haben.

Regulierte Firmen müssen ihre Sorgfaltspflichten gemäß den gesetzlichen Anforderungen erfüllen, indem sie den Registrierungsstatus direkt bestätigen, unabhängige Überprüfungen der bereitgestellten Informationen durchführen und alle damit verbundenen Risiken, wie sie in der National Risk Assessment 2025 detailliert sind, verstehen und managen.

Verbraucher in der Grauzone

Die FCA hat bereits in der Vergangenheit Bedenken hinsichtlich der Geldwäschestandards der 'Annex 1'-Unternehmen geäußert.

In einem Schreiben an die CEOs im Jahr 2024 wurden diese Firmen direkt auf die Problematik hingewiesen.

Die Aufsichtsbehörde setzte ihre proaktive und reaktive Arbeit in diesem Bereich fort, was Ende 2025 zu einer Nachverfolgung bei 300 dieser Unternehmen führte.

Besondere Sorge bereitet der FCA, dass Verbraucher dazu ermutigt werden, Gesellschaften mit beschränkter Haftung zu gründen, um Zugang zu unregulierten Überbrückungsfinanzierungen von 'Annex 1'-Firmen zu erhalten.

Diese Praxis birgt erhebliche Risiken, da diese Verbraucher im Falle von Problemen keinen Anspruch auf den Schutz durch den Financial Ombudsman Service haben.

Schutzlücken erfordern Wachsamkeit

Die Warnung der FCA unterstreicht die anhaltenden Schutzlücken im britischen Finanzsystem, insbesondere für Verbraucher in der Grauzone unregulierter Kreditmärkte.

Obwohl die Aufsicht ihre Bemühungen intensiviert, bleibt die begrenzte Regulierung der 'Annex 1'-Firmen eine strukturelle Schwachstelle.

Für Marktteilnehmer und Konsumenten bedeutet dies eine erhöhte Eigenverantwortung und die Notwendigkeit, Risiken genau abzuwägen.