FCA-Studie: Provisionsverbot stabilisiert Rentenberatungsmarkt
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FCA-Studie: Provisionsverbot stabilisiert Rentenberatungsmarkt

Ein Provisionsverbot für Rentenberatungen hat den Markt für Defined-Benefit-Transfers stabilisiert, so eine neue Evaluation der Financial Conduct Authority (FCA). Die Studie zeigt, dass die Maßnahme die Zahl der Anbieter reduzierte und den Zugang zu Beratung verbesserte.

Weniger Anbieter, stabilere Beratung

Die Financial Conduct Authority (FCA) führte im Juni 2020 ein Maßnahmenpaket im Markt für Defined-Benefit (DB)-Rentenübertragungsberatungen ein.

Kernstück war ein Verbot der erfolgsabhängigen Vergütung, bei der Berater nur bei einer tatsächlichen Übertragung bezahlt wurden.

Ziel war es, Marktversagen wie Informationsasymmetrien und Interessenkonflikte zu beheben, die zu schlechter Beratung und überhöhten Gebühren führten.

Eine aktuelle Evaluation der FCA zeigt, dass das Maßnahmenpaket die beabsichtigte Wirkung hatte.

Die Zahl der Firmen, die DB-Transferberatung anbieten, sank signifikant: um etwa 129 Firmen im Jahr nach der Ankündigung und um 195 Firmen bis Ende September 2022.

Auch die Einnahmen aus der DB-Transferberatung fielen von 236 Mio. Pfund im Jahr vor der Intervention auf 174 Mio. Pfund im Jahr danach.

Dies deutet auf eine Konsolidierung des Marktes hin, die zu einer stabileren und transparenteren Beratungslandschaft beitragen soll.

Kosten für Kunden: Gemischte Effekte

Die FCA-Intervention kehrte den Trend steigender Rentenübertragungen um; die Zahl der Verbraucher, die ihre Renten übertrugen, sank nach dem Verbot.

Die Auswirkungen auf die Beratungsgebühren waren gemischt.

Nominal stiegen die Gebühren für Übertragungsempfehlungen vor der Intervention und stabilisierten sich danach.

Real sanken die Gebühren jedoch nach Oktober 2020.

Für Kunden, denen von einer Übertragung abgeraten wurde, stiegen die Gebühren nach der Intervention, da Berater nun unabhängig vom Ergebnis eine Gebühr verlangen mussten.

Die Einführung der 'abridged advice' (Kurzberatung) verbesserte den Zugang zu initialer Beratung und wurde oft kostenlos oder für 600 bis 900 Pfund angeboten.

Erfolg mit Nebenwirkungen

Die Evaluation der FCA bestätigt den Erfolg des Provisionsverbots bei der Eindämmung problematischer Rentenübertragungen.

Dennoch zeigen die gemischten Effekte auf die Beratungsgebühren, dass regulatorische Eingriffe komplexe und nicht immer vorhersehbare Auswirkungen haben.

Für die Finanzaufsicht bleibt die Herausforderung, den Verbraucherschutz zu stärken, ohne den Zugang zu notwendiger Beratung zu erschweren.