FCA setzt auf KI für schnellere Regulierung und Schutz
Die britische Finanzaufsichtsbehörde FCA setzt auf Künstliche Intelligenz, um Zulassungen zu beschleunigen und Risiken früher zu erkennen. Das Jahresarbeitsprogramm 2026/27 sieht zudem eine minimale Gebührenerhöhung von 1 Prozent vor.
Smartere Aufsicht durch KI-Integration
Die britische Finanzaufsichtsbehörde FCA treibt die Digitalisierung ihrer Prozesse voran und integriert Künstliche Intelligenz (KI) in zentrale Regulierungsabläufe.
Ziel ist es, Zulassungsverfahren zu beschleunigen, Risiken früher zu erkennen und administrative Lasten für Unternehmen zu reduzieren.
Ein neues, intern entwickeltes KI-Tool soll Zulassungsanträge optimieren.
Generative KI wird zudem eingesetzt, um Dokumentenprüfungen zu beschleunigen und die Modernisierung der Regulierung zu unterstützen.
FCA-Chef Nikhil Rathi betonte, das Jahresprogramm 2026/27 baue auf dem Streben nach einer intelligenteren, datengesteuerten Regulierung auf, um schnellere und konsistentere Entscheidungen zu ermöglichen.
Trotz erheblicher Investitionen in Datenanalyse und digitale Tools plant die FCA nur eine minimale Erhöhung der Mindest- und Pauschalgebühren um 1 Prozent.
Dies ist der niedrigste Anstieg im Gebührenbudget seit 2017/18 und liegt deutlich unter der Inflationsrate, was die geringste jährliche Finanzierungsanforderung (AFR) seit einem Jahrzehnt darstellt.
Von BNPL bis zum Regulierungs-Perimeter
Das Jahresarbeitsprogramm der FCA umfasst weitreichende Initiativen zur Unterstützung des Wirtschaftswachstums und des Verbraucherschutzes.
Dazu gehören Maßnahmen zur Freisetzung von Kapitalinvestitionen und die Beschleunigung von Börsengängen durch die Aufhebung der siebentägigen Wartefrist für Research.
Ab Juli beginnt die Regulierung von 'Buy Now Pay Later' (BNPL)-Produkten, mit Anforderungen an die Erschwinglichkeitsprüfung und die Überprüfung von Zulassungsanträgen.
Parallel dazu hat die FCA ihren Perimeter-Bericht 2026/27 veröffentlicht, der 15 Bereiche identifiziert, in denen legislative Änderungen erforderlich sind, um Verbraucher und Märkte besser zu schützen.
Dazu zählen Anpassungen bei Ausnahmen in der Financial Promotion Order sowie strengere Regeln für Treuhänder.
Neue Risikobereiche außerhalb des Perimeters sind unter anderem 'Annex 1 Firmen' und die Nutzung von allgemeiner KI für Finanzberatung.
Digitaler Vorreiter mit alten Baustellen
Die FCA positioniert sich mit ihrem Jahresprogramm als digitaler Vorreiter, der durch den Einsatz von KI Effizienz und schnellere Entscheidungen verspricht.
Doch die lange Liste der Perimeter-Probleme, die legislative Änderungen erfordern, offenbart strukturelle Grenzen der Aufsicht.
Dies deutet darauf hin, dass die FCA in vielen kritischen Bereichen weiterhin auf die Politik angewiesen ist.