Sanktionskontrollen: Firmen verbessern sich, Lücken bleiben
Finanzunternehmen haben Fortschritte bei der Verhinderung von Sanktionsverstößen erzielt, doch es bleiben Lücken. Die britische Aufsichtsbehörde FCA warnt davor, dass noch mehr getan werden muss.
37 Milliarden Pfund eingefroren, doch Lücken bleiben
Die britische Finanzaufsichtsbehörde FCA meldet, dass Finanzunternehmen im Vereinigten Königreich erhebliche Fortschritte bei der Verhinderung von Sanktionsverstößen erzielt haben.
Dies zeigt sich unter anderem darin, dass im vergangenen Jahr Vermögenswerte im Wert von 37 Milliarden Pfund eingefroren wurden.
Trotz dieser positiven Entwicklung warnt die FCA jedoch vor weiterhin bestehenden Schwachstellen in den Kontrollsystemen der Firmen.
In ihrer jüngsten Überprüfung, die seit Februar 2022 über 150 Unternehmen umfasste, stellte die FCA fest, dass die häufigsten Ursachen für gemeldete Verstöße in Mängeln bei der Due Diligence, dem Alarmmanagement sowie der Transaktions- und Namensprüfung lagen.
Auch die Verwaltung eingefrorener Vermögenswerte und die Einhaltung von Lizenzen zeigten Verbesserungsbedarf.
Diese Erkenntnisse unterstreichen die Notwendigkeit für Unternehmen, ihre internen Prozesse kontinuierlich zu überprüfen und anzupassen, um den komplexen Anforderungen der Sanktionsregime gerecht zu werden.
Die FCA betont, dass eine proaktive Haltung entscheidend ist, um potenzielle Verstöße frühzeitig zu erkennen und zu verhindern.
Handelssanktionen als besondere Herausforderung
Besondere Herausforderungen ergeben sich für Unternehmen bei der Erkennung und Verhinderung von Verstößen gegen Handelssanktionen.
Die Bandbreite der Kontrollen, die für die Einhaltung von Handelssanktionen – insbesondere im Zusammenhang mit Export- und Importverboten von Gütern, Technologien und Dienstleistungen – eingesetzt werden, ist größer als jene für Finanzsanktionen.
Die FCA teilt identifizierte Best Practices und Schwachstellen, um allen Unternehmen bei der Stärkung ihrer Sanktionskontrollen zu helfen.
Die meisten gemeldeten Fälle beziehen sich weiterhin auf das russische Sanktionsregime, doch die FCA verzeichnet auch zunehmend Berichte zu Libyen, Iran und Nordkorea.
Um die Zusammenarbeit zu stärken, hat die FCA am 28. Mai ein Memorandum of Understanding (MoU) mit dem Office of Trade Sanctions Implementation (OTSI) unterzeichnet.
Eine ähnliche Vereinbarung besteht bereits mit dem Office of Financial Sanctions Implementation (OFSI).
Ein Teilerfolg mit klarem Handlungsauftrag
Die FCA-Analyse zeigt einen wichtigen Teilerfolg im Kampf gegen Sanktionsverstöße, der die Wirksamkeit der Aufsicht unterstreicht.
Gleichzeitig offenbart sie jedoch hartnäckige Schwachstellen, insbesondere bei der Komplexität von Handelssanktionen, die weitere Anstrengungen erfordern.
Für Finanzinstitute bedeutet dies einen klaren Handlungsauftrag zur kontinuierlichen Verbesserung ihrer Kontrollmechanismen, um den sich ständig weiterentwickelnden Bedrohungen zu begegnen.