Rathi: Finanzkriminalität erfordert systemweite Antwort
Nikhil Rathi, CEO der britischen Finanzaufsichtsbehörde FCA, betonte auf der Finanzkriminalitätskonferenz die Notwendigkeit eines systemweiten Ansatzes. Finanzkriminalität sei technologischer, organisierter und grenzüberschreitender denn je und bedrohe die nationale Sicherheit sowie die wirtschaftliche Stabilität.
Organisierte Kriminalität gefährdet das Finanzsystem
Finanzkriminalität ist heute technologischer, organisierter und grenzüberschreitender denn je.
Professionelle kriminelle Netzwerke verbinden Betrug, Geldwäsche, Sanktionsumgehung und Cyberkriminalität, was das Vertrauen in das Finanzsystem untergräbt und das Wirtschaftswachstum gefährdet.
FCA-Chef Nikhil Rathi betonte, dass die Trennung von Finanzdienstleistungen und nationaler Sicherheit überholt und gefährlich sei.
Das Finanzsystem werde von Kriminellen als Teil der Lieferkette missbraucht, um illegale Gelder zu verschieben.
Zunehmend gebe es auch Verbindungen zu staatlichen Akteuren, die Institutionen schwächen und Systeme ausnutzen, um destabilisierende Aktivitäten zu finanzieren.
Der Schaden reiche weit über einzelne Opfer hinaus und destabilisiere die Gesellschaft.
Rathi hob hervor, dass keine einzelne Organisation diese komplexe Bedrohung allein klar erkennen oder effektiv bekämpfen könne, was eine kollektive Antwort unerlässlich mache.
Drei Säulen für eine neue Abwehrstrategie
Die traditionelle Bekämpfung von Finanzkriminalität gleicht einem 'Whack-a-Mole'-Spiel, da Kriminelle institutionelle Grenzen und Informationslücken ausnutzen.
Ein radikal anderes, vernetzteres und ergebnisorientierteres Betriebsmodell sei daher erforderlich.
Dies erfordert drei wesentliche Veränderungen: Erstens, größere Offenheit durch effektiveren Informationsaustausch, unterstützt durch Initiativen wie die Datenfusion mit der National Crime Agency (NCA) und den geplanten Datenaustausch der FCA mit Strafverfolgungsbehörden ab Juni 2026.
Zweitens, die konsequente Nutzung von Technologie, wofür die FCA stark in Daten- und Erkennungstools investiert.
Drittens, eine tiefere Zusammenarbeit über alle Sektoren hinweg, einschließlich internationaler Koordination, wie die 'Finfluencer'-Aktionswoche mit 17 Regulierungsbehörden aus 14 Ländern zeigte.
Priorisierung als schmerzhafte Notwendigkeit
Die schiere Menge und Geschwindigkeit der Finanzkriminalität, verstärkt durch KI, macht es unmöglich, jeder Spur gleichermaßen nachzugehen.
Eine Priorisierung ist daher unerlässlich, auch wenn dies bedeutet, nicht jede Bedrohung gleich verteidigen zu können.
Die Entscheidung über die Abwägung zwischen Finanzkriminalitätsbekämpfung, Wirtschaftswachstum und Innovationsförderung ist jedoch eine politische Frage, die von der Regierung geklärt werden muss, nicht von den Regulierungsbehörden.
Quelle: Working together against financial crime
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