Barr fordert robuste Regulierung für Stablecoins und Finanzstabilität
Michael S. Barr, Mitglied des Federal Reserve Board, betonte die Notwendigkeit einer robusten Regulierung für Stablecoins. Er hob die Risiken für Finanzstabilität und Geldwäsche hervor und verwies auf das neue GENIUS Act.
GENIUS Act schafft Rahmen, Risiken bleiben
Das im letzten Jahr verabschiedete GENIUS Act (Guiding and Establishing National Innovation for U.S. Stablecoins) schafft einen regulatorischen Rahmen für Stablecoins und bietet Emittenten mehr Klarheit.
Michael Barr betonte, dass Stablecoins derzeit hauptsächlich für Krypto-Handelsaktivitäten und als dollar-denominierter Wertspeicher in einigen ausländischen Jurisdiktionen genutzt werden.
Potenzielle Anwendungen umfassen die Reduzierung von Überweisungskosten, die Beschleunigung von Handelsprozessen und die Unterstützung globaler Unternehmen bei Treasury-Funktionen.
Zwei Hauptbedenken bleiben jedoch bestehen: Erstens das Potenzial für Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung, da Stablecoins auf Sekundärmärkten ohne Kundenidentifikationspflichten erworben werden können.
Zweitens die Finanzstabilität, da die Qualität und Liquidität der Reserveanlagen, die Stablecoins decken, diese anfällig machen könnten.
Barr warnte, dass Stablecoins nur stabil sind, wenn sie unter allen Bedingungen, einschließlich Marktstress, zuverlässig und prompt zum Nennwert eingelöst werden können.
Lehren aus der Geschichte der Privatwährung
Die Geschichte privater Währungen mit unzureichenden Sicherheiten ist lang und schmerzhaft, so Barr.
Er verwies auf die sogenannte Free Banking Era in den frühen 1800er Jahren in den USA, als Banknoten oft unter Nennwert gehandelt wurden und es zu häufigen Bank Runs kam.
Auch die schwere Panik von 1907, die zur Gründung des Federal Reserve Systems führte, zeigte ähnliche Dynamiken.
In jüngerer Zeit gerieten Geldmarktfonds während der globalen Finanzkrise und zu Beginn der COVID-19-Pandemie unter Druck.
Stablecoin-Emittenten haben einen Anreiz, die Rendite ihrer Reserveanlagen zu maximieren, indem sie das Risikospektrum erweitern.
Dies kann in guten Zeiten die Gewinne steigern, birgt aber das Risiko, das Vertrauen in Marktstressphasen zu untergraben.
Erfolg hängt von den Details ab
Das GENIUS Act ist ein wichtiger Schritt zur Schaffung eines regulatorischen Rahmens für Stablecoins, doch sein Erfolg hängt maßgeblich von der Detailtiefe der Umsetzung ab.
Die Regulierung von Reserveanlagen, die Vermeidung von Regulierungsarbitrage und angemessene Kapitalanforderungen sind entscheidend.
Ohne eine präzise und konsequente Implementierung durch Bundes- und Landesregulierungsbehörden bleibt das volle Potenzial der Stablecoins ungenutzt und die Risiken bestehen.
Quelle: Barr, Brief Remarks on Stablecoins
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