Bowman skizziert Rahmen für Zinspolitik
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Bowman skizziert Rahmen für Zinspolitik

Michelle W. Bowman, Vizevorsitzende für Bankenaufsicht der Federal Reserve, erläuterte ihren Entscheidungsrahmen für die Festlegung des Leitzinses. Sie sprach zudem darüber, wie sie die Bedingungen für eine Anhebung, Senkung oder Beibehaltung des Zinsniveaus bewertet.

Indikatoren für das Doppelmandat

Ihre Analyse beginnt mit dem realen BIP, insbesondere den privaten inländischen Endkäufen, die Einblicke in die zugrunde liegende Dynamik der Gesamtnachfrage geben.

Bei der Beschäftigung konzentriert sie sich auf die Arbeitslosenquote und die Lohnentwicklung, wobei sie Durchschnittswerte über mehrere Monate betrachtet, um Volatilität zu glätten.

Für die Preisstabilität, deren Ziel der FOMC bei 2 Prozent (gemessen am PCE-Preisindex) festgelegt hat, überwacht Bowman die Gesamt-PCE-Inflation und insbesondere die Kern-PCE-Inflation, die volatile Lebensmittel- und Energiepreise ausschließt.

Sie betont die Bedeutung von Interaktionen mit privaten Kontakten, um ein Echtzeitbild der Wirtschaft zu erhalten und nicht 'hinter der Kurve' zu liegen, da offizielle Daten oft verzögert sind.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Position des aktuellen Leitzinses im Verhältnis zu ihrer Schätzung des neutralen Zinssatzes.

Flexibilität im Doppelmandat

Bowman betonte, dass der FOMC bei jeder Sitzung eingehende Daten, den sich entwickelnden Ausblick und die Risikobalance bewertet, um die Ziele des maximalen Beschäftigungsstands und der Preisstabilität zu erreichen.

Wenn die Arbeitslosigkeit über ihrer natürlichen Rate liegt, muss der Leitzins akkommodierend sein, um die Nachfrage anzukurbeln.

Bei hoher Inflation muss der Leitzins restriktiv sein, um die Ausgaben zu moderieren.

Die Herausforderung besteht darin, dass diese beiden Ziele in Spannung zueinander stehen können.

Bowman plädiert für einen flexiblen Ansatz: Anstatt ein Ziel dem anderen vorzuziehen, sollte man sich auf das Ziel konzentrieren, das am stärksten von seinem Sollwert abweicht oder das größte Risiko eines anhaltenden Abweichens aufweist.

Dieser Ansatz ermöglicht zeitnahe und maßvolle Entscheidungen, die unnötige Volatilität begrenzen.

Ein Plädoyer für Pragmatismus

Bowmans Rahmenwerk ist ein klares Bekenntnis zu einem pragmatischen, datengetriebenen Ansatz in unsicheren Zeiten.

Es unterstreicht die Notwendigkeit, über starre Modelle hinauszublicken und die Realität des Marktes aktiv einzubeziehen.

Für die zukünftige Geldpolitik der Fed bedeutet dies eine Betonung von Anpassungsfähigkeit und einer ausgewogenen Betrachtung beider Mandatsziele.