Fed-Gouverneurin Bowman warnt vor fragilerem Arbeitsmarkt
FED Speech Read in English

Fed-Gouverneurin Bowman warnt vor fragilerem Arbeitsmarkt

Trotz Zinssenkungen und sinkender Inflation sieht Fed-Gouverneurin Michelle Bowman den Arbeitsmarkt als größtes Risiko für die US-Wirtschaft. Sie mahnt zur Vorsicht bei weiteren geldpolitischen Anpassungen.

Drei Zinssenkungen, ein Dissens

Im September 2025 begann der FOMC, die geldpolitische Straffung schrittweise zurückzunehmen.

Bei den Sitzungen im September, Oktober und Dezember stimmte der Ausschuss für eine Senkung des Zielkorridors für die Federal Funds Rate um jeweils 25 Basispunkte, wodurch der Korridor auf 3-1/2 bis 3-3/4 Prozent sank.

Diese Entscheidungen zielten darauf ab, das Risiko größerer und anhaltenderer Schäden am Arbeitsmarkt proaktiv zu begrenzen, während die Inflation weiterhin Anzeichen eines nachhaltigen Rückgangs in Richtung des Zwei-Prozent-Ziels zeigte.

Die Fed-Gouverneurin Michelle Bowman stimmte jeder dieser Maßnahmen zu, da sich die Arbeitsmarktbedingungen verschlechterten und sie erwartete, dass die Inflation, ohne Tarifeffekte, bald nahe dem Zwei-Prozent-Ziel liegen würde.

Bowman betonte, dass sich ihre Einschätzung im Laufe des Jahres verschoben habe, als sie klarere Anzeichen für ein sich verlangsamendes Wirtschaftswachstum und eine zunehmende Fragilität am Arbeitsmarkt sah.

Dies führte sie dazu, den Risiken für die Beschäftigung ein größeres Gewicht beizumessen und im Juni eine Verschiebung ihres Risikogleichgewichts zu signalisieren, wonach sie bei der Juli-Sitzung einer Senkung um 25 Basispunkte zustimmte.

Fragilität trotz Wachstum

Die US-Wirtschaft zeigte sich widerstandsfähig und expandierte in solidem Tempo, doch Bowman bleibt besorgt über Anzeichen von Fragilität am Arbeitsmarkt.

Sie ist jedoch zunehmend zuversichtlich, dass die Inflation sich dem Zwei-Prozent-Ziel nähern wird, da die Tarifeffekte auf die Güterinflation in den kommenden Monaten nachlassen.

Das reale BIP-Wachstum übertraf im vergangenen Jahr zwei Prozent, unterstützt durch Unternehmensinvestitionen, insbesondere im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI).

Gleichzeitig schwächten sich andere Nachfragebereiche ab, wie der Konsum und die Wohnungsbauinvestitionen.

Die Arbeitslosenquote stieg im Dezember auf 4,4 Prozent, was auf einen Rückgang der Neueinstellungen und eine Konzentration der Jobgewinne in wenigen Dienstleistungsbranchen zurückzuführen ist.

Das Lohnwachstum verlangsamte sich auf ein mit zwei Prozent Inflation vereinbares Niveau.

Der Fokus verschiebt sich

Bowmans Rede ist ein klares Warnsignal für die Fed, den Arbeitsmarkt nicht zu unterschätzen.

Die detaillierte Analyse der Fragilität, trotz sinkender Inflation, könnte den Druck für weitere Zinssenkungen erhöhen.

Dies deutet auf eine mögliche Verschiebung der Prioritäten innerhalb des FOMC hin.