Bowman: Regulierung verschiebt Firmenkredite zu Nonbanken
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Bowman: Regulierung verschiebt Firmenkredite zu Nonbanken

Die Fed-Vizepräsidentin Michelle W. Bowman kritisiert, dass übermäßige Regulierung das Firmenkreditgeschäft aus dem Bankensystem drängt. Nonbanken wie Private-Credit-Fonds füllen die Lücke, was neue Risiken birgt.

Wenn Regeln Märkte umgestalten

Michelle W. Bowman, Vizepräsidentin für Bankenaufsicht der Federal Reserve, beleuchtet die Verlagerung der Firmenkreditvergabe von Banken zu Nonbanken.

Seit 2015 sank der Bankenanteil an der Firmenkreditvergabe von 48 auf 29 Prozent im Jahr 2025.

Der Private-Credit-Markt in den USA wuchs auf rund 1,4 Billionen US-Dollar, was etwa 10 Prozent der gesamten Unternehmensfinanzierung ausmacht.

Bowman argumentiert, dass die nach der Finanzkrise 2008 eingeführten Vorschriften, obwohl sie die Stabilität stärkten, unbeabsichtigte Folgen hatten.

Einige Anforderungen wurden im Verhältnis zum tatsächlichen Risiko übermäßig belastend, was Banken dazu zwang, bestimmte Kreditaktivitäten einzuschränken oder die Kreditkosten zu erhöhen.

Dies schuf ein Ungleichgewicht zwischen der Nachfrage nach Bankdienstleistungen und dem Angebot der Banken.

Die aktuellen Kapitalregeln fördern paradoxerweise die Finanzierung von Intermediären anstelle der direkten Kreditvergabe an kreditwürdige Unternehmen.

Das Ökosystem der Nonbanken

Nonbanken wie Private-Credit-Fonds und BDCs bilden ein vielfältiges Ökosystem mit unterschiedlichen Kreditangeboten und Risikoprofilen.

Sie finanzieren sich primär über institutionelle Investoren, einige BDCs auch über Privatanleger.

Diese NDFIs sind über Bankkredite, wie revolvierende Kreditlinien, eng mit dem regulierten Bankensektor verknüpft.

Jüngste Insolvenzen und die Anfälligkeit von Branchen wie der Softwarebranche für KI-Auswirkungen haben Bedenken hinsichtlich der Kreditqualität von Private-Credit-Anbietern aufgeworfen.

Einige Private-Credit-Fonds erlebten bereits Rücknahme-Wellen, insbesondere bei BDCs mit begrenzten Rücknahmerechten.

Drei Säulen für mehr Stabilität

Die Fed reagiert mit einem dreigliedrigen Ansatz auf die Marktverschiebung.

Die Anpassung der Kapitalanforderungen, die Anerkennung komplementärer Rollen und verbesserte Datenerfassung sollen das Spielfeld ebnen.

Bowman sieht darin einen Weg zu einem effizienteren und stabileren Finanzsystem, das Risiken dort platziert, wo sie am besten getragen werden können.