Cook: Inflationsrisiken überwiegen, Handlungsbereitschaft signalisiert
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Cook: Inflationsrisiken überwiegen, Hand­lungs­be­reit­schaft signalisiert

Die Risiken für die Preisstabilität überwiegen jene für die Beschäftigung: Fed-Gouverneurin Lisa D. Cook signalisiert Handlungsbereitschaft, sollte die Disinflation ausbleiben. Die Inflation liegt mit 3,7 Prozent weiterhin deutlich über dem Zwei-Prozent-Ziel.

Gleichgewicht der Risiken verschoben

Die Arbeitsmarktlage in den USA präsentiert sich stabil, mit einer Arbeitslosenquote von 4,2 Prozent im Juni, die im Einklang mit der natürlichen Arbeitslosenquote steht.

Auch das BIP-Wachstum übertraf die Erwartungen: 2,0 Prozent im Jahr 2025 und prognostizierte 2,2 Prozent für 2026.

Die Arbeitsproduktivität boomt mit 2,5 Prozent pro Jahr in den letzten zwei Jahren, und der Ausbau von Rechenzentren heizt die Wirtschaft zusätzlich an.

Diese Entwicklungen deuten auf geringere Risiken für das Beschäftigungsmandat hin.

Im Gegensatz dazu ist die Inflation mit 3,7 Prozent im Jahresvergleich durchweg zu hoch und liegt seit über fünf Jahren über dem Zwei-Prozent-Ziel.

"Anhaltend hohe Inflation ist eine inakzeptable Belastung für amerikanische Familien", so Cook.

Die Kernwarenpreise steigen mit einer jährlichen Rate von 5 Prozent, was die Breite des Inflationsdrucks unterstreicht.

Ein Jahr zuvor: Gedämpfte Aussichten

Vor etwas mehr als einem Jahr, im Frühjahr und Sommer 2025, waren die Aussichten für Beschäftigung und Produktion noch gedämpft.

Die FOMC-Teilnehmer prognostizierten ein BIP-Wachstum von lediglich 1,4 Prozent für 2025 und 1,6 Prozent für 2026.

Die Inflation lag im April 2025 bei 2,3 Prozent, mit der Erwartung eines temporären Anstiegs aufgrund von Zolländerungen, bevor sie Ende 2026 wieder sinken sollte.

Angesichts der Risiken für beide Mandate – Beschäftigung und Preisstabilität – entschied der Offenmarktausschuss im Juni 2025, die Zinsen unverändert zu lassen.

Damals sah Cook die Risiken für die Beschäftigung als etwas gewichtiger an.

Geduld ja, aber nicht um jeden Preis

Cooks Haltung verdeutlicht das Dilemma der Fed: Die Inflation ist hartnäckig, und neue Schocks wie der Nahostkonflikt und der KI-Infrastruktur-Ausbau verstärken den Druck.

Obwohl die Inflationserwartungen mittelfristig verankert scheinen, betont sie, dass dies kein Grund zur Nachlässigkeit ist.

Sollten sich die Anzeichen für eine Disinflation nicht bald einstellen, ist sie bereit, entschlossen zu handeln, um das Zwei-Prozent-Ziel zu erreichen.

Quelle: Cook, Economic Outlook

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