KI: Cook sieht Produktivitätsschub, warnt vor Verwerfungen
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KI: Cook sieht Produktivitätsschub, warnt vor Verwerfungen

Fed-Gouverneurin Lisa D. Cook beleuchtet die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz auf Produktivität, Arbeitsmarkt und Geldpolitik. Auf der NABE Economic Policy Conference äußerte sie sich langfristig optimistisch, mahnte aber zur Vorsicht vor kurzfristigen Verwerfungen.

KI als Motor für Innovation und Wachstum

Künstliche Intelligenz (KI) birgt ein enormes Potenzial, das Produktivitätswachstum zu beschleunigen, indem sie die Ideenfindung vorantreibt.

Cook betonte, dass KI durch ihre Fähigkeit, Wissen schnell zu verarbeiten und zu kombinieren, die Innovation demokratisiert.

Sie ermöglicht es mehr Menschen, Erfinder, Innovatoren und Unternehmer zu werden, was einen sich selbst verstärkenden Kreislauf von Ideen schafft, bei dem Ideen weitere Ideen generieren.

Dies unterstützt Paul Romers Theorie des endogenen Wachstums, wonach Ideen wiederholt geteilt werden können, ohne 'verbraucht' zu werden, und so die Innovation potenziell transformieren.

Cook ist optimistisch, dass KI langfristig zu neuen Produkten und Prozessen beitragen wird, die unser Leben verbessern.

Auch die Federal Reserve selbst nutzt KI intern, etwa zum Zusammenfassen von Forschungsarbeiten, zur Codegenerierung und zur Reiseplanung, und betreibt umfangreiche Forschung zu den wirtschaftlichen Auswirkungen der KI.

Schumpeters 'schöpferische Zerstörung' durch KI

Trotz des immensen Versprechens betrachtet Cook die breite Einführung von KI mit Vorsicht.

Sie sieht die KI als jüngstes Beispiel für Joseph Schumpeters 'schöpferische Zerstörung', die eine der bedeutendsten Reorganisationen der Arbeit seit Generationen einleiten könnte.

Dieser Übergang birgt neue Chancen, könnte aber auch erhebliche Kosten verursachen, da Arbeitsplatzverdrängung der Schaffung vorausgehen könnte.

Erste Anzeichen sind bereits sichtbar: Die Nachfrage nach Codern ist gesunken, und die Arbeitslosenquote bei Hochschulabsolventen hat zugenommen, da Unternehmen KI für Einsteigeraufgaben einsetzen.

Dennoch bleibt die Gesamtarbeitslosenquote bei niedrigen 4,3 Prozent, und Entlassungen sind verhalten.

Die genaue Entwicklung und Intensität dieses Arbeitsmarktübergangs sind noch ungewiss.

Geldpolitik vor neuen Dilemmata

Die KI-Transformation stellt die Geldpolitik vor komplexe Herausforderungen, insbesondere bei der Abwägung zwischen Arbeitslosigkeit und Inflation.

Ein produktivitätsgetriebener Aufschwung könnte Arbeitsplatzverluste mit sich bringen, die nicht mit traditionellen nachfrageorientierten Maßnahmen zu bekämpfen sind.

Zudem beeinflusst der KI-Investitionsboom den neutralen Zinssatz, was eine Neubewertung der geldpolitischen Ausrichtung erfordert.