Interbankenmarkt enthüllt Reserve-Dynamik
Eine neue FEDS-Studie von Anbil, Infante und Senyuz beleuchtet die Dynamik von Zentralbankreserven. Sie zeigt, wie der kleine Interbankenmarkt im Federal Funds Markt wichtige Informationen über Liquiditätsbedingungen liefert.
Das Paradox der reichlichen Reserven
Im aktuellen Rahmen reichlicher Zentralbankreserven, der seit 2019 gilt, steuert die Federal Reserve (Fed) die Geldmarktzinsen über administrierte Sätze wie den Zins auf Reserveguthaben (IORB) und die Übernacht-Reverse-Repo-Fazilität (ON RRP).
Dies hat jedoch zur Folge, dass Informationen aus dem unbesicherten Interbankenhandel unterdrückt werden, da Banken weniger auf diesen Markt angewiesen sind, um ihre Liquidität zu steuern.
Die vorliegende Studie isoliert dieses kleine Interbankensegment des Federal Funds Marktes, um verborgene Informationen über Nachfrage- und Angebotsbedingungen zu gewinnen.
Sie zeigt, dass die Zusammensetzung der Kreditgeber im Federal Funds Markt entscheidend ist: Nicht-Banken wie die Federal Home Loan Banks (FHLBs) agieren preiselastisch, während Banken preisinelastisch sind.
Dies unterstreicht die Bedeutung der Berücksichtigung der Heterogenität der Marktteilnehmer für die Beurteilung der Liquiditätsbedingungen der Banken.
Die Analyse liefert neue Erkenntnisse zur geldpolitischen Transmission in einem Umfeld reichlicher Reserven.
Elastizität der Kreditgeber im Fokus
Die Studie nutzt hochfrequente Bankdaten und Einlagen-Schocks als Instrument für die Kreditnachfrage der Banken, um die Angebotselastizität der Kreditgeber zu schätzen.
Dabei wird zwischen Nicht-Banken und inländischen Banken unterschieden.
Die Ergebnisse zeigen, dass Nicht-Banken hochelastisch agieren, was auf reines Arbitrageverhalten hindeutet.
Im Gegensatz dazu ist die Kreditvergabe von Banken unelastisch und wird noch unelastischer, wenn ihre Reserveguthaben sinken.
Dies gilt insbesondere für 'Bankers' Banks', die als Hauptkreditgeber in diesem Markt fungieren.
Diese Erkenntnisse deuten auf Verteilungsfriktionen im Federal Funds Markt hin, die sich bereits bemerkbar machen, bevor die aggregierten Reserven knapp werden.
Der Ansatz eines repräsentativen Bankenmodells wird damit hinterfragt.
Verborgene Signale im schrumpfenden Markt
Die Studie reframed Reserveknappheit als Verteilungskonzept, nicht als aggregiertes Phänomen.
Trotz seiner Schrumpfung liefert der Interbankenmarkt weiterhin wertvolle Einblicke in Liquiditätsbedingungen und geldpolitische Transmission.
Dies stellt bestehende Modelle der Reservenachfrage in Frage und betont die Notwendigkeit, Verteilungsfriktionen genau zu beobachten, um Zinskontrolle und Finanzstabilität zu gewährleisten.