Männer haben höhere Kreditkartenlimits, Frauen holen auf
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Männer haben höhere Kreditkartenlimits, Frauen holen auf

Eine neue FEDS-Studie zeigt, dass männliche Kreditnehmer im Durchschnitt 1.300 US-Dollar höhere Kreditkartenlimits haben als weibliche. Die Analyse von Hypothekenantrags- und Kreditauskunftsdaten belegt jedoch, dass sich dieser Unterschied im Zeitverlauf zugunsten von Frauen verschiebt.

Das 1.300-Dollar-Delta

Eine neue Studie der Federal Reserve (FEDS) beleuchtet geschlechterbedingte Unterschiede bei den gesamten Kreditkartenlimits von alleinigen Hypothekenantragstellern.

Die Ökonomen Nathan Blascak und Anna Tranfaglia dokumentieren, dass männliche Kreditnehmer im Durchschnitt etwa 1.300 US-Dollar höhere Kreditkartenlimits aufweisen als weibliche.

Diese Lücke ist hauptsächlich auf einen großen Geschlechterunterschied im oberen Bereich der Limitverteilung zurückzuführen.

Interessanterweise liegen die Limits von Frauen im mittleren und unteren Bereich der Gesamtlimitverteilung um etwa 100 bis 300 US-Dollar höher als die von Männern.

Eine Kitagawa-Oaxaca-Blinder-Dekomposition zeigt, dass 87 Prozent der Lücke durch Unterschiede in der Wirkung beobachteter Merkmale erklärt werden, während 10 Prozent durch Unterschiede in den Niveaus dieser Merkmale bedingt sind.

Persistenz und Wandel der Lücke

Die Studie stellt fest, dass die Geschlechterlücke bei den Kreditkartenlimits über verschiedene geografische Regionen hinweg bestehen bleibt, sich jedoch im Laufe der Zeit verändert hat.

Insgesamt sind diese geschlechterbedingten Unterschiede in ihrer ökonomischen Bedeutung gering und haben sich im Zeitverlauf zugunsten von Frauen entwickelt.

Die Autoren betonen, dass die Ergebnisse die Ansichten der Verfasser widerspiegeln und nicht notwendigerweise die des Board of Governors der Federal Reserve.

Die Forschung soll Diskussionen und kritische Kommentare anregen.

Kleine Lücke, große Debatte

Die Studie liefert wichtige empirische Belege für geschlechterbedingte Unterschiede bei Kreditkartenlimits.

Obwohl die ökonomische Relevanz der Lücke als gering eingestuft wird, wirft sie Fragen nach unbewussten Verzerrungen in Kreditvergabeprozessen auf.

Für Regulierungsbehörden und Kreditinstitute bietet sie Ansatzpunkte zur Überprüfung eigener Modelle und Praktiken.