Endogene Unsicherheit verstärkt Konjunkturzyklen
Eine neue FEDS-Studie von Diego Vilan zeigt, wie Unsicherheit auf Unternehmensebene endogen entsteht und Konjunkturzyklen verstärkt. Besonders Kreditbedingungen beeinflussen die Streuung der Unternehmensergebnisse.
Kreditmärkte treiben Unsicherheit an
Die Studie entwickelt ein allgemeines Gleichgewichtsmodell mit unvollständigen Märkten, in dem heterogene, risikoscheue Unternehmen idiosynkratischer Nachfrageunsicherheit und aggregierten Schocks der Konsumentenkreditbedingungen ausgesetzt sind.
Eine Änderung der aggregierten Kreditbedingungen beeinflusst nicht nur das erwartete Niveau der Unternehmensnachfrage, sondern auch die Streuung der Umsätze pro Mitarbeiter, indem sie die Wahrscheinlichkeit verschiebt, dass Unternehmen an der Kapazitätsgrenze arbeiten.
Somit führen Schocks erster Momente zu endogenen Effekten zweiter Momente.
Das Modell, das mit US-Compustat-Daten und proprietären Kundendaten kalibriert wurde, reproduziert wichtige Querschnittsmomente und Konjunkturzyklen, einschließlich einer antizyklischen Streuung der Unternehmensergebnisse.
Quantitativ erklärt die endogene Unsicherheit etwa ein Viertel der Produktionsreaktion und ein Drittel der Beschäftigungsreaktion auf aggregierte Kreditschocks.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Unsicherheit nicht nur eine unabhängige Quelle aggregierter Schwankungen ist, sondern auch ein endogener Propagationsmechanismus, durch den Änderungen der Nachfragebedingungen Konjunkturzyklen verstärken.
Das ungelöste Rätsel der Unsicherheit
Die Forschung hat die negativen Auswirkungen von Unsicherheit auf die Wirtschaft umfassend dokumentiert.
Bisherige Studien gingen jedoch oft von exogenen Unsicherheitsschocks aus, ohne deren Ursprung zu beleuchten.
Neuere empirische Arbeiten zeigen, dass Unsicherheit oft endogen ist und als Reaktion auf makroökonomische Schocks entsteht.
Diese Studie schließt diese Lücke, indem sie eine quantitative Theorie für die Ursprünge von Unsicherheitsschwankungen liefert.
Sie konzentriert sich auf die symbiotische Beziehung zwischen Unsicherheit und Wirtschaftsaktivität, um zu zeigen, wie Nachfragestörungen die Streuung beeinflussen und wie zeitlich variierende Unsicherheit die aggregierten Ergebnisse verändert.
Unsicherheit neu gedacht
Die Studie liefert einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der Ursachen von Unsicherheit.
Sie zeigt überzeugend, dass Unsicherheit nicht nur eine externe Schockquelle ist, sondern ein integraler Bestandteil der Konjunkturdynamik.
Dies impliziert, dass geldpolitische Reaktionen auf Nachfrage- oder Kreditschocks auch die endogene Unsicherheit berücksichtigen müssen, um ihre volle Wirkung zu entfalten.