Fed-Studie: Bankenfusionen schaden Hypothekarkunden nicht
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Fed-Studie: Bankenfusionen schaden Hypothekarkunden nicht

Trotz Tausender Bankenfusionen über drei Jahrzehnte hinweg leiden Hypothekarkunden nicht unter höheren Zinsen oder schlechteren Konditionen. Eine neue Studie der Federal Reserve widerlegt die Annahme, dass Bankenkonsolidierung den Wettbewerb im Hypothekenmarkt beeinträchtigt.

Hypothekenmarkt bleibt trotz Fusionen stabil

Eine umfassende Analyse von 44 Millionen Hypothekendarlehen über fast drei Jahrzehnte und 5.000 Bankenfusionen zeigt: Die Konsolidierung im Bankensektor hat weder zu höheren Hypothekenzinsen noch zu niedrigeren Genehmigungsquoten oder steigenden Ausfallraten geführt.

Die Studie der Federal Reserve widerlegt die Befürchtung, dass Bankenfusionen die Marktmacht erhöhen und Haushalte schädigen.

Obwohl die Zahl der aktiven Banken zwischen 1985 und 2020 um fast 70 Prozent sank und die Vermögenskonzentration dramatisch zunahm – von 91 auf nur noch 10 Institute, die die Hälfte aller Bankaktiva kontrollieren – blieben die lokalen Hypothekenmärkte bemerkenswert wettbewerbsfähig.

Im Durchschnitt waren in jedem Landkreis nach einer Fusion über 100 aktive Kreditgeber tätig.

Die Ergebnisse stellen die Annahme in Frage, dass Bankenfusionen systematisch den Wettbewerb beeinträchtigen.

Fusionsmotive und lokaler Wettbewerb

Die Studie nutzt eine Difference-in-Differences-Methode, um Fusionseffekte zu isolieren.

Sie vergleicht übernehmende und Zielbanken mit Kontrollinstituten in denselben lokalen Märkten.

Dabei zeigt sich, dass scheinbare Ratenänderungen oft auf Portfolio-Zusammensetzungseffekte zurückzuführen sind, nicht auf strategische Reaktionen auf geringeren Wettbewerb.

Trotz nationaler Konsolidierung bleibt der Wettbewerb lokal intensiv: Ein typischer Landkreis beherbergt über 130 aktive Kreditgeber, und die Marktanteile sind stark fragmentiert.

Die Studie beleuchtet zudem die Fusionsmotive: Große Banken übernehmen gezielt kleinere Gemeinschaftsbanken mit beziehungsorientierten Geschäftsmodellen.

Gemeinschaftsbanken fusionieren hingegen, um Skaleneffekte zu erzielen.

Diese Selektionsmuster deuten auf Effizienzüberlegungen hin, die die Marktmacht-Erzählung in Frage stellen.

Quelle: FEDS Paper: Does Banking Consolidation Harm Households?

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