Doppelte Trägheit erklärt Fed Funds Rate besser
Eine neue Studie der Federal Reserve zeigt: Eine 'doppelt träge' Taylor-Regel erklärt die Entwicklung des Leitzinses besser als herkömmliche Modelle. Sie bildet mehr als doppelt so viel Variation der Zinsänderungen ab.
Mehr als doppelt so gut: Die doppelte Trägheit
Eine empirisch geschätzte 'doppelt träge' Regel beschreibt den Verlauf der Änderungen des Leitzinses der Federal Reserve (Fed) besser als eine Standard-Taylor-Regel mit einfacher Trägheit.
Die neue Studie der Fed-Ökonomen Edmund Crawley, William Goodwin, Margaret M. Jacobson und Fabian Winkler zeigt, dass die doppelt träge Regel mehr als doppelt so viel Variation in den vierteljährlichen Änderungen des Leitzinses erklärt, mit einem R² von 0,57. Diese Überlegenheit ist robust gegenüber alternativen Datensätzen, der Verwendung von Schattenzinssatzschätzungen während Perioden der effektiven Untergrenze (ELB), dem Ersatz der Arbeitslosenlücke durch die Output-Lücke und der Nutzung von Echtzeit- statt realisierten Daten.
Die Autoren argumentieren, dass die doppelt träge Regel ein schärferer Benchmark für die Politik-Analyse und Prognosen in Zentralbanken und im Privatsektor darstellt, da die einfache Trägheit zu einer Fehlspezifikation in New-Keynesianischen Modellen führen kann.
Zinsglättung: Nicht nur das Niveau, auch das Tempo
Taylor-Regeln sind seit den frühen 1990er Jahren einflussreiche Rahmenwerke zur Beschreibung der Geldpolitik.
Sie erfassen die 'Gradualismus' genannte Praxis, große, abrupte Anpassungen des Zinsniveaus zu vermeiden.
Die doppelt träge Regel erweitert dies, indem sie auch die Geschwindigkeit der Zinsänderungen schrittweise anpasst.
Dies spiegelt die Beobachtung wider, dass Zentralbanken selten abrupt von einer Zinserhöhung zu einer Senkung übergehen und oft gleiche Zinsschritte in einer Serie vornehmen.
Die Studie erweitert frühere Arbeiten bis ins Jahr 2025 und umfasst zwei ELB-Phasen, darunter den schnellen Straffungszyklus von 2022 bis 2024.
Die Berücksichtigung des Tempos der Zinserhöhungen hilft, das Verhalten des Leitzinses in diesen Episoden zu erklären.
Feinjustierung für die Fed-Modelle
Dieses Papier liefert starke empirische Belege für ein nuancierteres Verständnis des geldpolitischen Gradualismus.
Die Ergebnisse legen nahe, dass Standardmodelle durch die Vernachlässigung der Glättung von Zinsänderungen möglicherweise falsch spezifiziert sind.
Für Zentralbanken und Analysten bietet die doppelt träge Regel einen schärferen Benchmark für Politik-Analyse und Prognosen.