Kreditliberalisierung führt zu Boom-Bust-Zyklen
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Kre­dit­li­be­ra­li­sie­rung führt zu Boom-Bust-Zyklen

Finanzliberalisierungen, die die Kreditversorgung direkt beeinflussen, führen zu Kreditbooms und vorübergehendem BIP-Wachstum. Eine neue FEDS-Studie zeigt jedoch, dass dies das Risiko von Finanzkrisen und schlechteren Wachstumsergebnissen erhöht.

Boom-Bust-Zyklen durch direkte Kreditlockerung

Eine neue Studie der Federal Reserve (Fed) analysiert die Auswirkungen von Finanzliberalisierungen auf Kreditmärkte und Wirtschaftswachstum.

Die Forscher Maximilian Grimm, Moritz Schularick und Emil Verner haben eine umfassende länderübergreifende Datenbank mit 21 Regulierungsindikatoren für 18 Industrieländer seit dem Zweiten Weltkrieg erstellt.

Sie unterscheiden dabei zwischen allgemeinen Finanzreformen und solchen Liberalisierungen, die direkt die Kreditversorgung lockern.

Letztere führen zu einer erheblichen Ausweitung des Privatkredits, der sich auf nicht-handelbare Sektoren konzentriert.

Eine einzelne Liberalisierung erhöht den realen Privatkredit um etwa 3,5 Prozent über fünf Jahre, während eine umfassende Liberalisierung (mindestens drei gelockerte Vorschriften) den Kredit um über 12 Prozent steigert.

Das reale BIP wächst in den folgenden zwei bis vier Jahren, doch diese Gewinne sind temporär und kehren mittelfristig zum Trend zurück.

Gleichzeitig steigt das Risiko einer Finanzkrise.

Erhöhte Finanzfragilität als Preis

Die Studie erklärt die mittelfristigen Wachstumsrückgänge mit erhöhter Finanzfragilität.

Kreditbooms, insbesondere in kreditversorgungs-sensitiven, nicht-handelbaren Sektoren, enden oft in systemischen Finanzkrisen, die erhebliche und anhaltende Kosten für die Realwirtschaft verursachen.

Die Autoren finden Belege für eine erhöhte Finanzfragilität nach Liberalisierungen: Das kumulative Risiko einer Finanzkrise ist acht Jahre nach einer Liberalisierung um 10 Prozentpunkte höher als im Szenario ohne Liberalisierung.

Dies gilt ausschließlich für kreditversorgungsbezogene Regulierungsmaßnahmen.

Zudem steigt die Fragilität der Bankbilanzen durch höhere Kredit-Einlagen-Quoten und die Nutzung von Non-Core-Finanzierungen.

Wohlfahrtsgewinn nur bei extremer Risikoaversion

Die Studie beleuchtet ein zentrales Dilemma der Finanzpolitik: kurzfristiges Wachstum gegen langfristige Krisenrisiken.

Ein Wohlfahrtsgewinn durch Finanzliberalisierung stellt sich nur ein, wenn der Koeffizient der relativen Risikoaversion unter 7,2 liegt, ein Wert, der über den konventionellen Annahmen makroökonomischer Modelle liegt.

Dies legt nahe, dass die mittelfristigen Abwärtsrisiken ökonomisch bedeutsam sind und eine differenzierte Betrachtung von Liberalisierungsmaßnahmen erfordern.