Fed-Ökonomen: Zinsen beeinflussen Haushaltskonsum nicht direkt
Eine neue Studie von Fed-Ökonomen zeigt, dass der Haushaltskonsum nicht direkt auf Zinsänderungen reagiert. Dies stellt die Rolle des direkten Zinskanals in der Geldpolitik infrage.
Direkter Zinskanal ohne Wirkung
Fed-Ökonomen Edmund Crawley und William L Gamber widerlegen die Annahme, dass Haushalte ihren Konsum direkt an Zinsänderungen anpassen.
Ihre Studie findet keine Evidenz für einen direkten Zinskanal, der intertemporale Konsumentscheidungen beeinflusst.
Stattdessen wirkt die Geldpolitik auf den Haushaltskonsum ausschließlich über dessen Effekte auf das Arbeitseinkommen.
Steigende Zinsen reduzieren Beschäftigung und Löhne, wodurch der Konsum sinkt.
Dieses Ergebnis widerspricht gängigen makroökonomischen Modellen, in denen der direkte Zinskanal zentral ist.
Es hat auch Implikationen für das 'Forward Guidance Puzzle': Wenn Haushalte nicht auf zukünftige Zinsen reagieren, löst sich dieses Problem weitgehend auf.
Die neue Methodik kombiniert Mikrodaten mit makroökonomischen Dynamiken nach zehn identifizierten Schocks.
Zehn Schocks, ein Ergebnis
Die Forscher entwickelten eine neue Methodik, um die Reaktion der Haushalte auf Zins- und Einkommensänderungen zu schätzen.
Sie nutzen eine Bayesianische Prozedur, die empirische Impulsantworten auf makroökonomische Schocks verwendet, um den Konsumblock eines HANK-Modells zu disziplinieren.
Die Methode wurde auf zwei Arten angewendet: mittels eines strukturellen Modells mit 'sticky expectations' für Einkommen und Zinsen sowie einer nicht-parametrischen Schätzung der Konsum-Zins-Jacobi-Matrix.
Beide Ansätze, angewendet auf zehn strukturelle makroökonomische Schocks (monetär, fiskalisch, technologisch), liefern dasselbe Ergebnis: Der direkte Zinskanal spielt keine Rolle.
Selbst Standard-HANK-Modelle überschätzen die Größe des direkten Kanals.