Top-1-Prozent: Hohe Einkommensmobilität senkt Ungleichheitsmaße
Eine FEDS-Studie zeigt: Die Einkommensmobilität an der Spitze der US-Verteilung ist hoch. Ein Drittel der Personen im Top-1-Prozent verlässt diese Gruppe nach einem Jahr, zwei Drittel nach einem Jahrzehnt.
Hohe Fluktuation an der Einkommensspitze
Die Zirkulation in und aus dem obersten einen Prozent der Einkommensverteilung ist in den USA ausgeprägt.
Ein Drittel der Personen verlässt diese Gruppe nach einem Jahr, und zwei Drittel sind nach einem Jahrzehnt nicht mehr dabei.
Diese hohe Mobilität senkt die Einkommensanteile der Spitzenverdiener, wenn man von jährlichen zu mehrjährigen Einkommensmessungen übergeht.
Die intragenerationale Mobilität über zwei Jahrzehnte reduziert die jüngsten fiskalischen Einkommensanteile des obersten einen Prozents um über 10 Prozent.
Für die obersten 0,1 Prozent sinken die Anteile um über 20 Prozent, für die obersten 0,01 Prozent um 30 Prozent und für die obersten 0,001 Prozent um 40 Prozent.
Diese Mobilität ist höher als in anderen Ländern und beeinflusst die Einkommensungleichheit.
Unternehmerisches Einkommen als Treiber der Volatilität
Die Studie leistet vier zentrale Beiträge zur Literatur über Ungleichheit und Mobilität.
Sie erweitert frühere Analysen der Austrittsraten aus dem Top-1-Prozent und berücksichtigt dabei auch die Zeit nach der Großen Rezession.
Zudem wird eine breitere Einkommensmessung eingeführt, die dem Nationaleinkommen näherkommt und geringere Effekte der Variabilität auf die Einkommensanteile zeigt.
Ein weiterer Fokus liegt auf neuartigen Messungen der Vermögensungleichheit über mehrjährige Perioden, die ebenfalls niedrigere Werte als Einjahresmessungen aufweisen.
Schließlich wird die Einkommensvariabilität des Top-1-Prozents fast vollständig auf unternehmerisches Einkommen zurückgeführt, das durch hochvolatile Durchleitungsgeschäftseinkommen gekennzeichnet ist.
Eliten im Fluss: Ein dynamisches Bild
Diese Studie liefert eine wichtige Korrektur zur Debatte über Einkommensungleichheit, indem sie die hohe Dynamik an der Spitze aufzeigt.
Die Erkenntnis, dass Eliten nicht statisch sind, sondern eine erhebliche Fluktuation erleben, relativiert die oft zitierten Einjahresmessungen.
Für die Politik bedeutet dies, dass Maßnahmen zur Ungleichheitsbekämpfung die zugrunde liegende Mobilität berücksichtigen müssen, um zielgerichteter zu sein.