Fed-Studie: Ungleichheit im Gesamtvermögen – Median steigt, aber nicht für alle
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Fed-Studie: Ungleichheit im Gesamtvermögen – Median steigt, aber nicht für alle

Eine neue Studie der Federal Reserve (Fed) untersucht die Ungleichheit im umfassenden Haushaltsvermögen. Sie zeigt, dass das mediane umfassende Vermögen im Ruhestand steigt, diese Entwicklung jedoch stark von Hochschulabsolventen und weißen Haushalten getragen wird.

Das Paradox des steigenden Medianvermögens

Drei Ökonomen der Federal Reserve (Fed) haben ein neues Maß für das umfassende Haushaltsvermögen entwickelt, das sogenannte 'annualisierte umfassende Vermögen' (ACW).

Dieses erweitert das traditionelle Nettovermögen um den versicherungsmathematischen Barwert erwarteter zukünftiger Zahlungsströme aus Erwerbseinkommen, Sozialversicherung, Leistungen aus betrieblicher Altersversorgung, Renten, Lebensversicherungen und staatlichen Transferleistungen.

Die Analyse basiert auf Daten der 'Health and Retirement Study' von 1998 bis 2022. Die Forscher stellen fest, dass das mediane ACW während des Ruhestands ansteigt.

Dies deutet darauf hin, dass der Medianhaushalt seine gesamten Ressourcen langsamer aufbraucht, als seine gemeinsame Lebenserwartung sinkt.

Diese Entwicklung ist jedoch nicht gleichmäßig verteilt, sondern maßgeblich von bestimmten demografischen Gruppen getragen.

Ungleichheit nach Bildung und Ethnie

Die Studie dokumentiert eine erhebliche Heterogenität in den Niveaus und Verläufen des ACW über verschiedene Kohorten, Bildungsgruppen und ethnische Zugehörigkeiten hinweg.

Insbesondere wird der Anstieg des medianen ACW im Ruhestand hauptsächlich von Hochschulabsolventen und weißen Haushalten getragen.

Andere Gruppen zeigen hingegen relativ flache oder sogar rückläufige ACW-Verläufe nach dem Renteneintritt.

Die Forscher untersuchen diese Ungleichheit weiter mithilfe von 'recentered influence function regressions'.

Sie zeigen, dass die Ungleichheit im ACW mit höheren haushaltsspezifischen Renditen, höherer Bildung und einer größeren Konzentration von Haushalten mit alleinerziehenden Personen sowie schwarzen und hispanischen Haushalten verbunden ist.

Ungleichheit verfestigt sich im Alter

Die Studie liefert wichtige Einblicke in die Dynamik des Vermögens im Ruhestand.

Sie bestätigt, dass die Schere zwischen verschiedenen demografischen Gruppen weiter auseinandergeht und bestehende Ungleichheiten sich im Alter verfestigen.

Für die Sozialpolitik bedeutet dies, dass universelle Ansätze möglicherweise nicht ausreichen, um die finanzielle Sicherheit aller Bevölkerungsgruppen im Ruhestand zu gewährleisten.

Quelle: FEDS Paper: Inequality in Comprehensive Wealth

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