US-Geschäftsgründungen: Diskrepanzen in BLS- und Census-Daten
Eine neue FEDS-Studie zeigt eine wachsende Diskrepanz von 1,6 Millionen bei den US-Geschäftsgründungen zwischen BLS- und Census-Daten bis 2023. Haupttreiber sind unterschiedliche Erfassungsbereiche und die Zählweise von Multi-Unit-Firmen.
Zwei Datenquellen, 1,6 Millionen Differenz
Seit den 1990er Jahren divergieren die Zahlen des Bureau of Labor Statistics (BLS) und des Census Bureau zur Anzahl der US-Arbeitgeberbetriebe erheblich.
Bis 2023 erreichte die Diskrepanz 1,6 Millionen Betriebe.
Eine neue Studie der Federal Reserve Board, basierend auf verknüpften BLS-Census-Mikrodaten, identifiziert zwei Hauptursachen.
Erstens sind viele Arbeitgeber im Bereich Dienstleistungen für ältere und behinderte Menschen (NAICS 624120) im BLS-Rahmen erfasst, nicht aber im Census Bureau.
Zweitens erscheinen viele Firmen im BLS-Rahmen mit erheblich mehr Betrieben als im Census-Rahmen.
Diese Unterschiede beeinflussen maßgeblich die gemessene Verteilung der Betriebsgrößen und die quantitative Politik-Analyse.
Die LEHD ECF (QCEW) identifiziert mehr als doppelt so viele Multi-Unit-Firmen als die LBD.
Dies führt zu einer Darstellung der Wirtschaft, die entweder von vielen kleinen, dezentralisierten Betrieben oder von weniger, aber deutlich größeren Einheiten dominiert wird.
Methoden-Divergenz verzerrt Bild
Die Divergenz zwischen den beiden Datenquellen resultiert aus fundamentalen Unterschieden in der Konstruktion ihrer Geschäftsrahmen.
Das Census Bureau stützt sich primär auf Steuererklärungen des Internal Revenue Service (IRS) und periodische Umfragen.
Der BLS-Rahmen hingegen basiert auf staatlichen Arbeitslosenversicherungsdaten (UI) und dem Multiple Worksite Report (MWR).
Diese unterschiedlichen Methoden führen zu Abweichungen in der Erfassung und bei der Klassifizierung von Firmen.
Die Diskrepanzen sind hauptsächlich in der Branche Bildung und Gesundheitswesen (NAICS 61-62) konzentriert, insbesondere bei Dienstleistungen für ältere und behinderte Menschen.
Diese Befunde verändern die Interpretation der US-Betriebsgrößenverteilung erheblich und führen zu unterschiedlichen quantitativen Schlussfolgerungen bei der Bewertung von Firmenpolitik.
Mehr als nur Statistik
Die Studie des Federal Reserve Boards ist mehr als eine technische Analyse von Dateninkonsistenzen.
Sie offenbart, wie unterschiedliche Erfassungsmethoden das Verständnis der Wirtschaftsstruktur grundlegend verändern können.
Für politische Entscheidungsträger bedeutet dies, dass die Wahl der Datenquelle direkte Auswirkungen auf die Bewertung von Marktkonzentration, Arbeitsplatzschaffung und die Wirksamkeit von Förderprogrammen hat.