CRE-Kredite: FED-Studie entkräftet Evergreening-Sorgen
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CRE-Kredite: FED-Studie entkräftet Evergreening-Sorgen

Eine neue Studie der Federal Reserve entkräftet Sorgen vor 'Extend-and-Pretend'-Verhalten bei Gewerbeimmobilienkrediten (CRE). Banken verlängern Kredite primär zur Überbrückung temporärer Zahlungsschwierigkeiten, nicht zur Verschleierung von Verlusten.

Mehr Hilfe als Verschleierung

Die Studie von David Glancy vom Federal Reserve Board stellt die Annahme in Frage, dass Banken bei Gewerbeimmobilienkrediten (CRE) systematisch 'Extend-and-Pretend'-Strategien verfolgen.

Basierend auf detaillierten Aufsichtsdaten und einem ausgeklügelten Modell zeigt Glancy, dass Kreditmodifikationen überwiegend dazu dienen, temporäre Zahlungsschwierigkeiten der Kreditnehmer zu überbrücken.

Dies gilt sowohl in normalen Zeiten als auch nach der Bankenstress-Episode im Frühjahr 2023.

Entgegen verbreiteter Sorgen erhöhten Banken sogar die Anforderungen an Einkommen und Tilgungsleistungen für diese Verlängerungen, was zu einer starken Ex-post-Performance der verlängerten Kredite führte.

Die Forschung deutet darauf hin, dass Banken CRE-Risiken effizient managen, anstatt Verluste nur zu verzögern.

Drei Thesen widerlegt

Die Studie widerlegt drei zentrale Annahmen für ein 'Extend-and-Pretend'-Verhalten nach der Bankenstress-Episode 2023.

Es gab keinen ungewöhnlichen Anstieg der Kreditverlängerungen oder eine Verschiebung hin zu riskanteren Krediten; die Raten blieben auf dem Niveau vor COVID-19. Banken lockerten die Verlängerungsbedingungen für gestresste Kreditnehmer nicht; stattdessen verschärften sie diese durch höhere Tilgungsanforderungen, zusätzliche Garantien oder höhere Kreditzuschläge, insbesondere bei riskanteren Krediten.

Zudem verschlechterte sich die Performance der verlängerten Kredite nicht; sie schnitten sogar etwas besser ab als vor der Pandemie.

Dies deutet darauf hin, dass große Banken die CRE-Risiken weiterhin effektiv managten.

Entwarnung mit Vorbehalt

Diese Studie liefert eine wichtige Entwarnung für die Stabilität des Bankensektors, indem sie die weit verbreitete Sorge vor systematischem 'Evergreening' bei CRE-Krediten entkräftet.

Sie zeigt, dass Banken ihre Risiken aktiv managen und nicht nur verschleiern, was Vertrauen in die Resilienz des Systems schafft.

Allerdings basiert die Analyse auf Daten großer Banken, sodass das Verhalten kleinerer Institute, die oft stärker exponiert sind, weiterhin eine offene Frage bleibt.

Quelle: FEDS Paper: Pretend or Amend? On Evergreening in CRE

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