FEDS-Studie: Preis-segmentierte Erwartungen am US-Immobilienmarkt
Eine neue FEDS-Studie zeigt: Während des US-Immobilienbooms der 2000er Jahre waren die erwarteten Kapitalgewinne bei günstigeren Häusern höher als bei teureren. Dies deutet auf eine Wechselwirkung von Erwartungen und Kreditbedingungen hin.
Günstigere Häuser mit höheren Gewinnerwartungen
Die Studie von Margaret M. Jacobson belegt, dass die erwarteten Kapitalgewinne in mehreren Metropolitan Statistical Areas (MSAs) für relativ niedrigpreisige Häuser während des US-Immobilienbooms der 2000er Jahre höher waren als für hochpreisige.
Da Käufer von günstigeren Häusern tendenziell sensibler auf Kreditbedingungen reagieren, dokumentiert die Arbeit Muster, die mit einer Interaktion von Erwartungen und Kreditbedingungen übereinstimmen.
Diese Erkenntnis ist entscheidend, um Erwartungen und Kreditbedingungen als gemeinsame, statt konkurrierende, Erklärungen für den US-Immobilienboom der 2000er Jahre zu vereinen.
Die Analyse basiert auf einem statistischen Modell von Preisänderungen, das Zillow ZTRAX Transaktionsdaten von wiederholten Hausverkäufen nutzt.
Regionale Unterschiede im Boom-Bust-Zyklus
Die Untersuchung erweitert frühere Analysen über San Diego, Kalifornien, hinaus und schließt Phoenix, Arizona, und Cleveland, Ohio, ein.
Diese MSAs wurden aufgrund ihrer unterschiedlichen Merkmale ausgewählt, wie etwa die Elastizität des Wohnungsangebots und das Bevölkerungswachstum.
San Diego ist bekannt für eine geringe Angebotselastizität, während Phoenix und Cleveland eine höhere aufweisen, jedoch mit unterschiedlichen Fundamentaldaten.
Die Studie stellt fest, dass die erwarteten Kapitalgewinne in San Diego bei günstigeren Häusern im Durchschnitt höher waren als in Phoenix oder Cleveland.
Phoenix zeigte eine nahezu null Dispersion, was auf relativ einheitliche erwartete Kapitalgewinne über alle Preissegmente hinweg hindeutet, möglicherweise bedingt durch einen hohen Anteil spekulativer Investoren.
Die Schätzungen zeigen auch eine erhebliche zeitliche Variation der durchschnittlichen und preis-segmentierten erwarteten Kapitalgewinne für jede MSA, was für das Verständnis der Entwicklung von Erwartungen während eines Boom-Bust-Zyklus wichtig ist.
Einheitliche Erklärung für den Immobilienboom
Diese Studie liefert entscheidende empirische Belege für die Interaktion von Erwartungen und Kreditbedingungen, ein lange diskutiertes Thema in der Immobilienökonomie.
Indem sie höhere erwartete Gewinne in niedrigpreisigen Segmenten aufzeigt, vereint sie zuvor konkurrierende Erklärungen für den Immobilienboom der 2000er Jahre.
Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit für politische Entscheidungsträger, sowohl psychologische Faktoren als auch finanzielle Bedingungen bei der Beurteilung der Stabilität des Wohnungsmarktes zu berücksichtigen.