Warteschlangen-Theorie beleuchtet Preis- und Zeitdynamik im Hypothekenmarkt
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Warteschlangen-Theorie beleuchtet Preis- und Zeitdynamik im Hypothekenmarkt

Ökonomen der Federal Reserve (FEDS) haben ein neuartiges Modell entwickelt, das die Auswirkungen von Nachfrage-Schocks auf den Hypothekenmarkt quantifiziert. Eine erhöhte Nachfrage steigert Zinsspannen um 3 bis 8 Basispunkte und verlängert Bearbeitungszeiten um 3 bis 5 Tage.

Warteschlangen als Preistreiber

Aufbauend auf der Warteschlangentheorie haben Akos Horvath und Benjamin S. Kay von der Federal Reserve ein neuartiges theoretisches Modell für das Angebot von Wohnbauhypotheken entwickelt und empirisch validiert.

Ihr Modell zeigt, wie die stochastische Ankunft und sequentielle Bearbeitung von Kreditanträgen die Hypothekenvergabe beeinflusst.

Mithilfe vertraulicher HMDA-Daten schätzen die Forscher, dass ein Anstieg der Hypothekennachfrage um eine Standardabweichung die Zinsspannen um 3 bis 8 Basispunkte erhöht.

Gleichzeitig steigen die Kreditvolumina um 20 bis 32 Prozent und die Bearbeitungszeiten für Anträge verlängern sich um 3 bis 5 Tage.

Die Ergebnisse liefern geschlossene Vorhersagen für die optimale Reaktion der Kreditgeber auf Änderungen der Nachfrage und deren Preiselastizität.

Preissensibilität dämpft Marktmacht

Die Studie liefert auch empirische Belege für die Vorhersage des Modells, dass eine höhere Elastizität der Hypothekennachfrage Preissteigerungen infolge von Nachfrage-Schocks moderiert.

Dies kann die Ausnutzung der Marktmacht durch Kreditgeber begrenzen.

Ein Anstieg der Nachfrageelastizität um eine Standardabweichung reduziert die Zinsspannen um 0,7 bis 2,4 Basispunkte.

Da Nachfrage-Schocks und Elastizität in der Analyse positiv korreliert sind, mildert diese Wechselwirkung die Veränderungen der Hypothekenzinsen.

Der geschätzte Nettoeffekt eines positiven Nachfrage-Schocks, der diese Korrelation berücksichtigt, ist ein Anstieg der Zinsspannen um 1,3 bis 7,5 Basispunkte.

Diese Ergebnisse stimmen mit der Marktdynamik unter unvollkommenem Wettbewerb überein.

Mikro-Beweis für Makro-Effekte

Diese Studie liefert den lange fehlenden Mikro-Beweis für die Bedeutung von Kapazitätsengpässen im Hypothekenmarkt, die zuvor nur auf aggregierter Ebene beobachtet wurden.

Während die Methodik auf andere Branchen übertragbar ist, zeigt sich die begrenzte Preissetzungsmacht einzelner Kreditgeber gegenüber makroökonomischen Zyklen als entscheidender Faktor.

Für Regulierer und Kreditgeber ist dies ein wichtiger Hinweis auf die Grenzen lokaler Interventionen.