Schuld beeinflusst Zinsen: Fed-Studie quantifiziert Effekt
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Schuld beeinflusst Zinsen: Fed-Studie quantifiziert Effekt

Eine neue Fed-Studie misst den kausalen Effekt von Schulden auf Zinsen. Ein Anstieg der US-Schuldenquote um einen Prozentpunkt erhöht die neutrale Rate (r*) um 1-2 Basispunkte und die 10-jährige Treasury-Termprämie um 2-3 Basispunkte.

Ein natürliches Experiment in Georgia

Die Forscher nutzten ein einzigartiges natürliches Experiment nach den US-Wahlen 2020.

Die Unsicherheit über zwei Senatssitze in Georgia, die in Stichwahlen entschieden wurden, bot eine exogene Schockquelle für fiskalische Erwartungen.

Ein doppelter Sieg der Demokraten, der eine Senatsmehrheit ermöglicht hätte, wurde von den Finanzmärkten als Auslöser für ein schuldenfinanziertes Fiskalpaket von rund 900 Milliarden Dollar eingepreist.

Da die Wahrscheinlichkeit eines doppelten Sieges bei 50 Prozent lag, entsprach der tatsächliche Ausgang einem Schock von etwa 450 Milliarden Dollar oder 2,1 Prozent des BIP.

Dieser exogene Schock ermöglichte es, den kausalen Effekt auf Treasury-Renditen, Termprämien und die langfristige neutrale Rate (r*) zu isolieren.

Termprämien als Haupttreiber

Die Analyse der Treasury-Renditen am Tag der Stichwahl und danach zeigte einen Anstieg der realen 10-jährigen Treasury-Renditen um 3-4 Basispunkte pro Prozentpunkt Anstieg der Schuldenquote.

Dabei entfielen 1-2 Basispunkte auf r* und 2-3 Basispunkte auf die 10-jährige Treasury-Termprämie.

Die Ergebnisse wurden durch eine hochfrequente Intraday-Analyse und eine ergänzende Spezifikation, die tägliche Schwankungen im Monat vor der Stichwahl nutzte, bestätigt.

Die Studie untermauert zudem Schätzungen aus gängigen Zeitreihenansätzen, die langfristige Forward-Zinssätze mit langfristigen Projektionen der Staatsverschuldung in Beziehung setzen.

Die Effekte höherer Schulden konzentrieren sich demnach auf die Termprämien, nicht auf r*.

Kausale Bestätigung für die Geldpolitik

Die Studie liefert eine kausale Bestätigung für einen lange vermuteten Zusammenhang zwischen Staatsverschuldung und Zinsen.

Insbesondere die Konzentration der Effekte auf die Termprämien ist für die Geldpolitik am effektiven unteren Ende entscheidend.

Dies stärkt die Argumente für den Einsatz von Bilanzinstrumenten durch Zentralbanken, um Finanzmärkte und makroökonomische Aktivität zu beeinflussen.

Quelle: FEDS Paper: The Causal Effect of Debt on Interest Rates

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