FEDS-Studie: Aktienrenditen reagieren auf Langfristschock
Ein positiver Langfristschock versteilert die Aktienrenditekurve, indem er das erwartete Dividendenwachstum erhöht, während Diskontsätze unverändert bleiben. Eine neue FEDS-Studie analysiert dies empirisch und theoretisch.
Dividendenwachstum treibt Renditekurve
Die Studie untersucht, wie makroökonomische Entwicklungen Vermögenspreise beeinflussen, indem sie die Reaktion von Aktienrenditen auf einen gut identifizierten Langfrist-Wachstumsschock analysiert.
Mithilfe synthetischer Aktienrenditedaten von Giglio et al. (2024) zeigen die Autoren, dass ein positiver Langfristschock die Aktienrenditekurve versteilert.
Dies geschieht durch eine Erhöhung des erwarteten Dividendenwachstums, während die Diskontsätze weitgehend unverändert bleiben.
Die Renditen von Wachstumsunternehmen reagieren dabei stärker als die von Value-Unternehmen, was größere Veränderungen im erwarteten Dividendenwachstum widerspiegelt.
Die Forscher nutzen den TFP-Nachrichtenschock von Kurmann und Otrok (2013) als empirischen Proxy für den Langfrist-Wachstumsschock.
Dieser Schock erhöht langfristig den Konsum und die aggregierten Dividenden, wobei die Effekte über fünf Jahre hinweg auf etwa 1 Prozent ansteigen.
Modelle im Vergleich: ACDL überzeugt
Die Studie vergleicht die empirischen Ergebnisse mit drei Benchmark-Modellen der Aktienlaufzeitstruktur (Bansal und Yaron 2004, Lettau und Wachter 2007, Gormsen 2021) sowie dem produktionsbasierten Gleichgewichtsmodell von Ai et al. (2018, ACDL).
Während alle Modelle ein höheres erwartetes Wachstum generieren, sind die Effekte in den Modellen von Bansal und Yaron sowie Lettau und Wachter quantitativ zu gering.
Das ACDL-Modell, modifiziert zur Trennung von Barausschüttungen und Gesamtausschüttungen, passt die empirischen Reaktionen der Aktienrenditen und ihrer Komponenten am besten an einen Langfrist-Wachstumsschock an.
Es ordnet die Reaktion korrekt dem erwarteten Wachstum zu und zeigt eine geringe Reaktion der Risikoprämienkomponente, was mit den Daten übereinstimmt.
Die Finanzierung der Investitionen, die dieses Wachstum antreiben, erfolgt hauptsächlich durch Neuemissionen, da Netto-Rückkäufe stark negativ auf den Schock reagieren.