Inflation: Wahrnehmungen prägen Erwartungen im Euroraum
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Inflation: Wahrnehmungen prägen Erwartungen im Euroraum

Eine neue FEDS-Studie zeigt: Die Wahrnehmung jüngster Preisänderungen beeinflusst maßgeblich die Inflationserwartungen von Haushalten im Euroraum. Diese Beziehung bleibt robust über verschiedene Inflationstypen und Haushaltstypen hinweg.

Die Macht der persönlichen Preiswahrnehmung

Haushalte im Euroraum bilden ihre Inflationserwartungen maßgeblich auf Basis ihrer Wahrnehmung vergangener Preisänderungen.

Dies ist das Kernergebnis einer aktuellen Studie von Ökonomen der Banque de France und des Federal Reserve Board.

Die Analyse, die Daten der Konsumentenumfrage der Europäischen Kommission (ECCS) nutzt, belegt, dass diese Wahrnehmungen eine entscheidende Rolle spielen, selbst wenn spezifische Inflationskomponenten, Haushaltseigenschaften und makroökonomische Bedingungen berücksichtigt werden.

Die Autoren betonen, dass diese Erkenntnisse die Bedeutung von Inflationswahrnehmungen für die Geldpolitik unterstreichen.

Die Studie erweitert frühere Arbeiten und liefert eine formale ökonometrische Analyse bis ins Jahr 2024, wobei sie sich auf die acht größten Volkswirtschaften des Euroraums konzentriert, die etwa 85 Prozent des BIP ausmachen.

Rationalität oft Fehlanzeige

Die Studie dokumentiert, dass die Rationalität der Inflationserwartungen von Haushalten weitgehend abgelehnt wird.

Dies bedeutet, dass die Befragten die ihnen zur Verfügung stehenden Informationen nicht effizient nutzen, um ihre Prognosen zu erstellen.

Die Forscher untersuchen den Zusammenhang zwischen Wahrnehmung und Erwartung weiter, indem sie die Unterkomponenten des Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) betrachten und analysieren, wie diese Beziehung je nach Einkommen, Bildung, Alter und anderen Merkmalen der Verbraucher variiert.

Es zeigt sich eine starke und fast allgegenwärtige Vorhersagekraft der wahrgenommenen Inflation für die Erklärung der erwarteten Inflation der Haushalte, während die Vorhersagekraft der realisierten Inflation über die Haushaltseigenschaften hinweg variiert.

Auch bei Kontrolle wichtiger makroökonomischer Ereignisse bleibt der Zusammenhang robust.

Einblicke für die EZB-Kommunikation

Die Studie liefert wichtige empirische Belege für die Relevanz von Inflationswahrnehmungen.

Für Zentralbanken bedeutet dies, dass die Kommunikation über vergangene Preisentwicklungen entscheidend für die Verankerung von Erwartungen ist.

Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit, die 'Main Street'-Perspektive stärker in die geldpolitische Analyse einzubeziehen.