Fed schlägt vor: Rufschädigungsrisiko aus Bankenaufsicht entfernen
Die Federal Reserve (Fed) schlägt eine neue Regel vor, um das Rufschädigungsrisiko aus ihren Aufsichtsprogrammen zu entfernen. Damit soll verhindert werden, dass Banken aufgrund politischer oder religiöser Überzeugungen diskriminiert werden.
Diskriminierung aufgrund politischer Ansichten verhindern
Die Federal Reserve (Fed) lädt zur Kommentierung eines Vorschlags ein, der das sogenannte Rufschädigungsrisiko aus ihren Aufsichtsprogrammen streichen soll.
Damit will die Fed verhindern, dass Banken dazu angehalten oder gezwungen werden, Einzelpersonen oder Unternehmen Bankdienstleistungen zu verweigern oder zu erschweren.
Dies gilt, wenn die Verweigerung auf verfassungsrechtlich geschützten politischen oder religiösen Überzeugungen, Vereinigungen, Äußerungen oder Verhaltensweisen basiert.
Auch rechtmäßige, aber politisch unpopuläre Geschäftsaktivitäten, die als Rufschädigungsrisiko wahrgenommen werden, sollen kein Grund für Diskriminierung sein.
Die Entscheidung über die Vergabe von Krediten oder die Führung von Konten liegt weiterhin bei den Banken selbst, im Einklang mit geltendem Recht.
Die Fed hatte bereits im Juni 2025 angekündigt, das Rufschädigungsrisiko nicht mehr als Bestandteil ihrer Prüfungsprogramme zu nutzen und entsprechende Schulungen für Prüfer einzuführen.
Fokus auf Kernrisiken statt Reputationssorgen
Das Rufschädigungsrisiko, definiert als Potenzial negativer Publizität, die Kundenverluste oder Rechtsstreitigkeiten verursachen kann, gewann in den 1990er Jahren an Bedeutung.
Jüngst wurde es jedoch wegen Missbrauchsbedenken kritisiert.
Auch die Federal Deposit Insurance Corporation (FDIC), das Office of the Comptroller of the Currency (OCC) und die National Credit Union Administration (NCUA) streichen entsprechende Verweise aus ihren Aufsichtsmaterialien.
Die Fed betont, dass Sicherheits- und Soliditätsbedenken durch andere bestehende Risikotypen wie Kredit-, Markt-, Liquiditäts-, Operations- und Rechtsrisiko ausreichend abgedeckt sind.
Die neue Regelung soll die Aufsicht präziser gestalten und den Fokus auf wesentliche finanzielle Risiken legen.
Klarheit für Banken, aber keine Freifahrtscheine
Dieser Schritt der Fed schafft dringend benötigte Klarheit für Banken und reduziert die Ambiguität bei der Anwendung von Aufsichtsinstrumenten.
Er adressiert direkt die Bedenken hinsichtlich einer möglichen Diskriminierung von Kunden aufgrund nicht-finanzieller Faktoren und fördert ein neutraleres Aufsichtsumfeld.
Dennoch bleibt abzuwarten, wie sich dies auf die unabhängigen Risikomanagemententscheidungen der Banken auswirkt, da diese weiterhin geltendes Recht einhalten müssen.