Fiskalpolitik: Schulden führen zu Wechselkurs-Abwertung und Exportplus
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Fiskalpolitik: Schulden führen zu Wechselkurs-Abwertung und Exportplus

Eine neue Studie der Federal Reserve zeigt, dass schuldenfinanzierte Fiskalexpansionen zu einer Abwertung des realen Wechselkurses und einem Anstieg der Nettoexporte führen. Dies geschieht primär durch Abweichungen von der ungedeckten Zinsparität.

Schulden, Wechselkurs und Exportplus: Eine starke Korrelation

Eine Studie von Marcos Mac Mullen (Federal Reserve Board) analysiert die internationale Transmission der Fiskalpolitik und deren Einfluss auf den realen Wechselkurs (RER) sowie die Nettoexporte.

Empirische Daten belegen eine starke Korrelation: 'Phasen hoher Staatsverschuldung sind stark mit einem abgewerteten RER und einem anschließenden Anstieg der Nettoexporte verbunden,' so Mac Mullen.

Der Korrelationskoeffizient liegt bei 0,71. Kausale Beweise zeigen, dass schuldenfinanzierte Fiskalexpansionen primär über Abweichungen von der ungedeckten Zinsparität (UIP) wirken.

Dies führt zu einer RER-Abwertung und steigenden Nettoexporten.

US-Staatsausgaben-Schocks, identifiziert nach Ramey (2011, 2016a), erklären rund 20 Prozent der Varianz von Staatsverschuldung, RER und Nettoexporten.

Port­fo­lio­rei­bun­gen als Schlüssel zum Verständnis

Das Papier schlägt ein Zwei-Länder-Gleichgewichtsmodell vor, das die empirischen Erkenntnisse rationalisiert.

Zentrale Merkmale sind eine Fiskalregel, die stark auf Staatsverschuldung zur Finanzierung von Ausgaben setzt, sowie Portfolioreibungen.

Diese Reibungen werden als konvexe Kosten für Abweichungen vom langfristigen Portfolioanteil ausländischer Vermögenswerte modelliert.

Die Interaktion zwischen Fiskalregel und Portfolioreibungen bestimmt die internationale Transmission von Staatsausgaben-Schocks.

Das Modell erklärt, wie diese Mechanismen zu endogenen UIP-Abweichungen und RER-Reaktionen führen, die quantitativ mit den empirischen Daten übereinstimmen.

Es trägt auch dazu bei, das 'RER disconnect' und andere Wechselkurs-Rätsel zu erklären.

Strukturelle Kräfte statt exogene Schocks

Diese Forschung liefert einen wichtigen Beitrag zur Erklärung der Wechselkursdynamik, indem sie strukturelle Kräfte statt exogener Schocks in den Vordergrund rückt.

Die Einführung von Portfolioreibungen als endogener Mechanismus für UIP-Abweichungen ist ein methodischer Fortschritt, der die Lücke zu empirischen Beobachtungen schließt.

Damit bietet die Studie eine überzeugendere Grundlage für das Verständnis internationaler Geschäftszyklen und die Rolle der Fiskalpolitik.