FED-Studie: Arbeitselastizität in Rezessionen höher
Eine neue FED-Studie zeigt, dass die aggregierte Arbeitselastizität in Rezessionen deutlich höher ist als in Expansionen. Dies liegt an einem Modell mit Mindestarbeitsinput und endogener Kapazitätsauslastung, das die Auswirkungen von Arbeitssteuerschocks zustandsabhängig macht.
Knick in der Produktionsfunktion
Drei Ökonomen der Federal Reserve haben ein Konjunkturmodell entwickelt, das Mindestarbeitsinputs und endogene Kapazitätsauslastung berücksichtigt.
Die aggregierte Produktionsfunktion weist einen Knick auf: konstante Skalenerträge unterhalb der Kapazität (typischerweise in Rezessionen) und abnehmende Erträge bei voller Kapazität (in Expansionen).
Dies führt dazu, dass die Auswirkungen von Arbeitssteuern zustandsabhängig sind.
Die Autoren kalibrierten das Modell mit US-Daten und zeigten, dass die aggregierte Arbeitselastizität in Rezessionen höher ist.
Unterhalb der Kapazität bindet die Mindestarbeitsbeschränkung für einige Betriebe, und die Anpassung erfolgt primär über die extensive Marge (Anzahl aktiver Betriebe), was die aggregierten Arbeitsstunden hochgradig reaktionsfähig macht.
Bei voller Kapazität hingegen operieren alle Betriebe, und die Anpassung erfolgt über die Arbeitsstunden pro Betrieb, eine Marge mit abnehmenden Erträgen, die die Reaktion dämpft.
Methodische Innovation für Nichtlinearitäten
Die Studie knüpft an die Literatur zu den allgemeinen Gleichgewichtseffekten von Steuern in RBC-Modellen an, die oft lokale Approximationen verwenden, welche nichtlineare Propagation ausschließen.
Im Gegensatz dazu ermöglicht das neue Framework, dass Steueränderungen Kapazitätsgrenzen auslösen und ihre Effekte vom Auslastungsgrad der Wirtschaft abhängen.
Methodisch passt die Arbeit die Monoton-Map-Methode (Coleman-Reffett) an Umgebungen mit geknickter Produktion an.
Dies ist entscheidend, da eine geknickte aggregierte Produktionsfunktion und ein diskontinuierliches Grenzprodukt der Arbeit lokale Approximationsmethoden ungeeignet machen.
Die Autoren beweisen, dass das Wettbewerbsgleichgewicht einzigartig, ergodisch und konstruktiv ist, was eine genaue Berechnung ermöglicht und gut definierte verallgemeinerte Impulsantwortfunktionen (GIRFs) für die numerische Analyse sicherstellt.
Wegweisend für die Geldpolitik
Diese Forschung liefert einen entscheidenden Beitrag zum Verständnis nichtlinearer Effekte in der Geldpolitik.
Die empirische Evidenz für zustandsabhängige Steuereffekte und die robuste Modellierung geknickter Produktionsfunktionen sind wegweisend für die ökonomische Modellierung.
Für Zentralbanken bedeutet dies, dass die Wirkung fiskalischer Impulse je nach Konjunkturphase stark variieren kann und traditionelle Modelle diese Nuancen oft übersehen.