EU-Vergeltungszölle 2018: Handelsumlenkung ohne Preisdruck in der EU
EU-Vergeltungszölle von 2018 gegen US-Stahl- und Aluminiumtarife bewirkten eine deutliche Handelsumlenkung. Eine Studie der Federal Reserve findet jedoch keine inflationären Auswirkungen auf die Verbraucher- und Erzeugerpreise in der EU.
Zölle hinterlassen bleibende Spuren im Handel
Die EU-Vergeltungszölle von 2018, die als Reaktion auf US-Stahl- und Aluminiumtarife eingeführt wurden, zielten auf Waren mit geringer US-Importabhängigkeit und hoher Substituierbarkeit ab.
Eine neue Studie der Federal Reserve zeigt, dass der US-Anteil an den EU-Importen für die meisten dieser Produkte erheblich zurückging.
Dieser Rückgang blieb auch nach der Aufhebung der Vergeltungszölle unter dem Niveau von 2018, was auf asymmetrische Effekte von Zöllen auf die Handelsumlenkung hindeutet.
Der Wert der verzollten US-Importe halbierte sich im zweiten Monat nach der Einführung der Zölle.
Die Schätzung der Importnachfrageelastizität bei Zollaussetzung ist nur geringfügig größer als die bei Zolleinführung, was die dauerhaften Narben im US-EU-Handel unterstreicht.
Kein Preisdruck trotz voller Weitergabe
Obwohl die Vergeltungszölle sofort und vollständig an die EU-Importeure weitergegeben wurden, führte die Maßnahme nicht zu inländischen Preissteigerungen.
Die Studie findet keine Hinweise auf inflationäre Effekte auf Verbraucher- und Erzeugerpreise.
Dies wird durch mehrere Merkmale des Vergeltungspakets erklärt: Es war moderat in seiner Größe, betraf nur 1,5 Prozent aller US-Warenimporte in die EU und wurde in zwei Stufen ausgerollt, wobei die zweite Stufe nie in Kraft trat.
Die kumulativen Zollkosten beliefen sich auf etwa 2,9 Mrd. Dollar über 3,5 Jahre, verglichen mit 7 Bio. Euro an gesamten EU-Importen, was die aggregierten Preise kaum beeinflusste.
Gezielter Schlag ohne Eigenschaden
Diese Forschung liefert wichtige Erkenntnisse über die tatsächlichen Auswirkungen von Vergeltungszöllen auf die retaliierende Wirtschaft.
Sie widerlegt die Annahme eines unvermeidlichen 'Selbstschadens' und betont die Bedeutung eines strategischen Designs solcher Maßnahmen.
Für zukünftige Handelskonflikte bietet die Studie wertvolle Hinweise, wie Zölle Druck ausüben können, ohne die eigene Wirtschaft zu destabilisieren.