TGaR-Modell: Auslandsrisiken prägen US-Wachstum
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TGaR-Modell: Auslandsrisiken prägen US-Wachstum

Ein neues TGaR-Modell der Fed zeigt: Ausländische Finanzrisiken sind wichtige Prädiktoren für das US-Wachstumsrisiko. Sie beeinflussen die US-Wirtschaft über Handels- und Dollar-Kanäle.

Auslandsrisiken im Fokus des TGaR

Das von Sai Ma, Viktors Stebunovs und Judit Temesvary entwickelte Transmission Growth-at-Risk (TGaR) Framework integriert ausländische Finanzvulnerabilitäten als Prädiktoren für das Abwärtsrisiko des US-Wachstums.

Die Forscher unterscheiden dabei zwischen Finanzkonditionen, die die aktuelle Liquidität an den Kreditmärkten messen, und Finanzvulnerabilitäten, die strukturelle Schwachstellen bezeichnen, welche Schocks verstärken können.

Erhöhte ausländische Finanzvulnerabilitäten sind mit einem geringeren US-Wachstum-at-Risk verbunden.

Die Übertragung erfolgt sowohl über Handelsverflechtungen als auch über die Dollar-Integration.

Bewertungsdruck bei Vermögenswerten und die Verschuldung des Finanzsektors im Ausland haben die größten geschätzten Verstärkungseffekte.

Während Finanzkonditionen hauptsächlich das kurzfristige Tail-Risiko beeinflussen, belasten ausländische Vulnerabilitäten das US-BIP mittelfristig.

Außerhalb der Stichprobe erhöht das Hinzufügen ausländischer Vulnerabilitäten die Vorhersagegenauigkeit um 53 Prozent über einen Acht-Quartals-Horizont.

Vulnerabilitäten als Schockverstärker

Die Studie leistet vier Beiträge zur Literatur.

Sie integriert ausländische Finanzvulnerabilitäten in das Growth-at-Risk (GaR) Framework und zeigt, dass diese persistente Effekte auf das US-Wachstum haben.

Zudem belegt sie, dass ausländische Finanzkonditionsschocks größere Auswirkungen auf das US-Wachstumsrisiko haben, wenn die Vulnerabilitäten hoch sind – ein Beleg für ihre Rolle als Schockverstärker.

Die Forscher quantifizieren die Übertragungskanäle über Handel und Dollar-Integration.

Die europäische Staatsschuldenkrise 2010-12 zeigte, wie erhöhte europäische Finanzvulnerabilitäten das US-Wachstumsrisiko trotz stabilisierender US-Bedingungen um bis zu 2 Prozentpunkte verschlechterten.

Jenseits der Binnengrenzen

Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit, ausländische Finanzvulnerabilitäten für die Einschätzung der US-Wachstumsaussichten genau zu beobachten.

Dies erweitert die Perspektive über rein binnenwirtschaftliche Finanzstabilität hinaus.

Es bedeutet, dass politische Entscheidungsträger globale Schwachstellen berücksichtigen müssen, selbst wenn die heimischen Bedingungen stabil erscheinen, um das volle Ausmaß der Risiken für die US-Wirtschaft zu erfassen.