Globale Finanzrisiken bremsen Produktivitätswachstum in Schwellenländern
Eine neue Studie der Federal Reserve zeigt: Unsicherheit in der US-Geldpolitik senkt das langfristige Produktivitätswachstum in Schwellenländern um mindestens 25 Basispunkte. Dies geschieht durch sinkende Unternehmensbewertungen und Innovationsbremsen.
Zinsvolatilität bremst Innovation
Eine neue Studie der Federal Reserve untersucht, wie globale Finanzrisiken das langfristige Wachstum beeinflussen.
Mittels eines Panel-State-Space-Modells für Schwellen- und fortgeschrittene kleine offene Volkswirtschaften messen die Ökonomen die Auswirkungen von Unsicherheitsschocks in der US-Geldpolitik.
Ein solcher Schock von einer Standardabweichung senkt das Niveau des stochastischen Trends in Schwellenländern nach drei Jahren um mindestens 25 Basispunkte, während in fortgeschrittenen Volkswirtschaften kaum Effekte zu beobachten sind.
Das Ergebnis ist robust gegenüber verschiedenen Messgrößen globaler Finanzunsicherheit und bleibt auch unter Berücksichtigung der makroökonomischen und Kreditbedingungen der USA bestehen.
Das zugrundeliegende Modell einer kleinen offenen Volkswirtschaft mit endogenem Wachstum durch Innovation und gelegentlich bindenden Kreditbeschränkungen erklärt diese Heterogenität.
Höhere Zinsvolatilität drückt die Unternehmensbewertungen, verschärft die Kreditsicherheiten und verlangsamt die Innovation im Gleichgewicht.
Eine neuartige Interaktion zwischen den gelegentlich bindenden Beschränkungen und der stochastischen Volatilität ist dabei entscheidend für die Ergebnisse.
Finanzielle Reibungen als Wachstumskiller
Der Mechanismus wirkt asymmetrisch und basiert auf gelegentlich bindenden Kreditbeschränkungen.
Steigt die Zinsvolatilität, sinkt der erwartete Barwert zukünftiger Unternehmensgewinne.
Dies liegt daran, dass Haushalte die Zukunft stärker diskontieren und große negative Zinsschocks, die bei hoher Volatilität wahrscheinlicher werden, scharfe Kontraktionen auslösen, wenn Kreditbeschränkungen greifen.
Geringere Unternehmenswerte reduzieren Innovationen und Firmeneintritte, was das Produktivitätswachstum dämpft.
Das Modell, kalibriert auf Mexiko, reproduziert die unterschiedliche Reaktion von Schwellen- und fortgeschrittenen Volkswirtschaften.
Unterschiede in den Finanzentwicklungsparametern, wie der Beleihbarkeit von Unternehmenswerten und der Sensitivität der Kreditkosten gegenüber Volatilität, erklären etwa 60 Prozent der überschüssigen Trendvolatilität in Schwellenländern.
Mehr als nur kurzfristige Schwankungen
Diese Studie liefert überzeugende Belege dafür, dass globale Finanzrisiken nicht nur kurzfristige Konjunkturzyklen beeinflussen, sondern dauerhafte Narben im Produktivitätswachstum hinterlassen können.
Die Ergebnisse unterstreichen die zentrale Rolle der Finanzentwicklung bei der Gestaltung der langfristigen Folgen globaler Finanzvolatilität.
Stärkere Finanzsysteme sind daher essenziell, um sicherzustellen, dass Phasen finanzieller Turbulenzen nicht zu anhaltender Stagnation führen, insbesondere für Schwellenländer.