Jefferson: Angebotsseite und Produktivität prägen Inflationspfad
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Jefferson: Angebotsseite und Produktivität prägen Inflationspfad

Fed-Vizechef Philip N. Jefferson äußert sich vorsichtig optimistisch zum Wirtschaftsausblick. Er sieht den Arbeitsmarkt stabilisiert und die Inflation auf dem Weg zum Zwei-Prozent-Ziel, betont aber die Rolle von Zöllen und Produktivität.

Robuste Nachfrage, hartnäckige Inflation

Philip N. Jefferson zeigte sich vorsichtig optimistisch bezüglich des Wirtschaftsausblicks.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im dritten Quartal 2025 annualisiert um 4,4 Prozent, getragen von starkem Konsum und Unternehmensinvestitionen, einschließlich KI.

Für 2026 erwartet er ein Wachstum von 2,2 Prozent, ähnlich dem Vorjahr.

Der Arbeitsmarkt zeigte sich im Dezember 2025 mit einer Arbeitslosenquote von 4,4 Prozent stabil.

Die Beschäftigungszunahme verlangsamte sich, wobei private Lohnsummen um durchschnittlich 29.000 pro Monat stiegen.

Die Inflation bleibt jedoch hartnäckig: Der PCE-Preisindex stieg im Dezember 2025 um 2,9 Prozent, die Kerninflation um 3,0 Prozent.

Dieser Stillstand im Disinflationsprozess wird hauptsächlich auf Zölle zurückgeführt, während Dienstleistungspreise nachlassen.

Von Pandemie-Schocks zu Produktivitäts-Hoffnung

Die Federal Reserve hat den Leitzins auf dem aktuellen Niveau belassen.

Jefferson unterstützte die FOMC-Entscheidung der Vorwoche und verwies auf Zinssenkungen um 175 Basispunkte in den letzten anderthalb Jahren, darunter drei Reduktionen Ende letzten Jahres.

Die Geldpolitik sei nun neutral positioniert und reagiere auf eingehende Daten.

Ein Hauptthema seiner Rede war die Angebotsseite der Wirtschaft.

Die COVID-19-Pandemie und geopolitische Ereignisse wie der Ukraine-Krieg zeigten die kritische Rolle von Lieferketten und Inputpreisen für die Inflation.

Jefferson betonte, dass die strukturelle Produktivität in den USA seit 2020 mit durchschnittlich 2,2 Prozent pro Jahr deutlich über dem Niveau des vorherigen Zyklus (1,5 Prozent) liege.

Neue Unternehmensgründungen und die Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) könnten diesen Trend fortsetzen.

Zölle bremsen, KI beschleunigt

Jeffersons Rede unterstreicht die vielschichtigen Herausforderungen der aktuellen Inflationsdynamik.

Während Zölle kurzfristig den Disinflationsprozess behindern, bieten langfristige Produktivitätsgewinne durch KI und neue Unternehmen einen Hoffnungsschimmer.

Die Fed bleibt datenabhängig, um auf diese komplexen Angebots- und Nachfragefaktoren flexibel reagieren zu können.