Jefferson: Globale Risiken belasten US-Inflation
Philip N. Jefferson, Vize-Vorsitzender der Federal Reserve, sieht globale Risiken für die US-Wirtschaft. Er warnt vor steigenden Energiepreisen und Handelsstörungen, die die Inflation hochhalten könnten.
Energie, KI und Handelsflüsse im Fokus
Jefferson beobachtet drei globale Entwicklungen, die die US-Wirtschaft beeinflussen.
Erstens, der Konflikt im Nahen Osten treibt die Energiepreise in die Höhe, was globale Wachstumsrisiken und Inflationsrisiken birgt.
Obwohl die USA ein Nettoenergieexporteur sind, sind die Benzinpreise deutlich gestiegen.
Zweitens, die rasante Entwicklung der Künstlichen Intelligenz (KI) verspricht Produktivitätswachstum, doch ihre Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und die Inflation werden genau überwacht.
Drittens, die anhaltenden Störungen der Handelsströme seit der Pandemie beeinflussen Lieferketten und Preisniveaus weltweit.
Vor diesem Hintergrund erwartet Jefferson für die US-Wirtschaft ein moderateres Wachstum, da die Haushalte mit hohen Energiekosten konfrontiert sind.
Der Arbeitsmarkt sei stabil, aber die Disinflation stagnierte im letzten Jahr aufgrund erhöhter Zölle.
Die jüngste Inflation stieg durch höhere Energiekosten.
Jefferson erwartet einen Rückgang der Inflation im späteren Jahresverlauf, sobald die Effekte von Zöllen und Energieschock nachlassen, sieht die Risiken für seine Inflationsprognose jedoch als aufwärtsgerichtet an.
Geduld und Datenabhängigkeit
Jefferson bekräftigte das feste Engagement der Federal Reserve, die Inflation auf das Zwei-Prozent-Ziel des Federal Open Market Committee (FOMC) zurückzuführen.
Dies stehe im Einklang mit dem doppelten Mandat von Preisstabilität und maximaler Beschäftigung.
Bei der letzten Sitzung Ende April beschloss das FOMC, den Zielbereich für die Federal Funds Rate bei 3,5 bis 3,75 Prozent zu belassen.
Jefferson ist überzeugt, dass diese geldpolitische Haltung es der Fed ermöglicht, flexibel auf wirtschaftliche Entwicklungen zu reagieren, basierend auf den eingehenden Daten, dem sich entwickelnden Ausblick und der Abwägung der Risiken.
Er betonte, dass er die nächste Sitzung nicht vorwegnehme und freue sich auf die Diskussion mit seinen Kollegen über die notwendige Politik zur Erreichung der Ziele.
Vorsichtiger Optimismus unter Druck
Jeffersons Rede offenbart einen vorsichtigen Optimismus bezüglich der US-Wirtschaft, der jedoch durch globale Unsicherheiten stark unter Druck steht.
Die Betonung der Datenabhängigkeit und die Zurückhaltung bei zukünftigen Entscheidungen signalisieren, dass die Fed trotz der jüngsten Zinspause weiterhin wachsam bleibt.
Für die Märkte bedeutet dies eine Fortsetzung der Unsicherheit, da klare Signale für den weiteren geldpolitischen Kurs ausbleiben.