Miran: Bilanzabbau der Fed ist machbar und wünschenswert
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Miran: Bilanzabbau der Fed ist machbar und wünschenswert

Fed-Gouverneur Stephen I. Miran erörtert die Aussichten für den Abbau der Fed-Bilanz. Er betont die Wünschbarkeit und Machbarkeit einer Reduzierung sowie mögliche Wege zur Umsetzung.

Der Fall für eine kleinere Bilanz

Stephen I. Miran, Mitglied des Board of Governors der Federal Reserve, plädiert für eine Reduzierung der Fed-Bilanz.

Er führt aus, dass eine kleinere Bilanz Marktverzerrungen minimiert, das Risiko von Mark-to-Market-Verlusten senkt und die Grenzen zwischen Geld- und Fiskalpolitik schützt.

Zudem bewahrt sie „trockenes Pulver“ für den Fall, dass die Geldpolitik erneut an die Nullzinsgrenze stößt.

Miran hinterfragt die Annahme, dass ein Bilanzabbau unmöglich sei, und argumentiert, dass die Herausforderung lösbar ist.

Er sieht Spielraum für eine erhebliche Reduzierung, ohne zu den Vorkrisenniveaus zurückkehren zu müssen, da sich die Nachfrage nach Reserven aufgrund von Regulierungsänderungen und Markterwartungen erhöht hat.

Eine Rückkehr zu knappen Reserven sei nicht zwingend erforderlich, da die Fed die Grenzen zwischen knappen, ausreichenden und reichlichen Reserven durch verschiedene Maßnahmen verschieben könne.

Wege zur Reduzierung und ihre Implikationen

Miran skizziert mehrere Schritte, die den Bilanzabbau erleichtern könnten, darunter die Lockerung der Liquiditätsdeckungsanforderungen, die Entstigmatisierung der Nutzung von Ständigen Repo-Fazilitäten und des Diskontfensters sowie aktivere Offenmarktgeschäfte.

Diese Maßnahmen sind in einem von ihm mitverfassten Working Paper, „A User's Guide to Reducing the Federal Reserve's Balance Sheet“, detailliert beschrieben.

Er betont, dass der Prozess langsam erfolgen und Wertpapiere eher auslaufen lassen als direkt verkaufen sollte, um Verluste zu vermeiden.

Miran schlägt vor, die Bilanz auf etwa 15 bis 18 Prozent des BIP zu reduzieren, was einer Verringerung von 1 bis 2 Billionen US-Dollar entsprechen könnte.

Eine Reduzierung der Bilanz hat laut Miran kontraktive Effekte auf die Wirtschaft, die durch eine niedrigere Federal Funds Rate ausgeglichen werden könnten.

Die Umsetzung dieser Schritte wird voraussichtlich über ein Jahr dauern, möglicherweise sogar mehrere Jahre.

Komplexes Unterfangen mit langer Vorlaufzeit

Der Bilanzabbau der Fed ist ein komplexes Unterfangen mit weitreichenden Implikationen für die Geldpolitik.

Mirans Vorschläge sind zwar umfassend, doch die Umsetzung wird Jahre dauern und erfordert sorgfältige Abwägung der Kosten und Nutzen.

Die Notwendigkeit einer gleichzeitigen Leitzinssenkung unterstreicht die heikle Balance, die die Fed finden muss.