Stephen Miran tritt aus Fed-Vorstand zurück: Warnt vor 'Fake Inflation'
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Stephen Miran tritt aus Fed-Vorstand zurück: Warnt vor 'Fake Inflation'

Stephen I. Miran, Mitglied des Federal Reserve Board, hat seinen Rücktritt eingereicht. In seinem Abschiedsschreiben warnt er vor der Bekämpfung 'falscher Inflation' und fordert eine stärkere Berücksichtigung nicht-monetärer Kräfte in der Geldpolitik.

Kampf gegen die 'Fake Inflation'

Stephen I. Miran betonte während seiner Amtszeit im Federal Reserve Board die Notwendigkeit, nicht-monetäre Kräfte und deren Auswirkungen auf die Geldpolitik stärker zu berücksichtigen.

Dazu zählen die disinflationären Folgen eines geringeren Bevölkerungswachstums durch reduzierte Einwanderung, die historisch zu niedrigeren Zinsen führen, sowie die ebenfalls disinflationären Effekte der Deregulierung auf der Angebotsseite.

Miran argumentierte, dass die Geldpolitik angesichts ihrer Verzögerungen vorausschauend agieren und diese Effekte umgehend einbeziehen müsse.

Er forderte zudem eine kritische Auseinandersetzung mit den Inflationsdaten, da Inflation konstruiert und nicht direkt beobachtet wird, was unvermeidliche Verzerrungen mit sich bringt.

Als besonders relevante Verzerrungen nannte er Portfoliomanagementgebühren sowie Kompositions- und Qualitätsanpassungsprobleme in der Software, insbesondere im Kontext des KI-Booms.

Miran warnte, dass eine Zunahme dieser Messfehler eine faktische Reduzierung des Inflationsziels der Fed bedeute.

Ohne Korrektur dieser Fehler riskiere die Federal Reserve, die Arbeitslosigkeit unnötig zu erhöhen, indem sie 'falsche' statt realer Inflation bekämpft – eine Dynamik, gegen die er sich 'energisch gewehrt' habe.

Weniger Regulierung, mehr Kapital

Auf regulatorischer Ebene unterstützte Miran die Bemühungen von Vize-Vorsitzender Michelle Bowman zur Korrektur übermäßiger Regulierung im Bankensektor.

Ziel war es, das System durch eine bessere Anpassung der Vorschriften effizienter zu gestalten.

Durch diese Maßnahmen wurden über 100 Milliarden Dollar Kapital in das Bankensystem zurückgeführt und die Verschuldungsbeschränkungen reduziert.

Diese Änderungen sollen es Banken ermöglichen, Kredite an amerikanische Haushalte und Unternehmen zu vergeben und sichere Vermögenswerte wie US-Staatsanleihen zu halten, ohne dafür bestraft zu werden.

Miran hob auch seine Unterstützung für die Abschaffung des Reputationsrisikos als Kanal hervor, über den Regulierungsbehörden ihre politischen Präferenzen – etwa in Bezug auf Schusswaffen oder Klimafragen – den Bankkunden auferlegen konnten.

Ein kritischer Abschied

Miran verlässt die Fed mit einer klaren Botschaft, die die konventionelle Denkweise der Zentralbank herausfordert.

Seine kritische Analyse der Inflationsmessung und die Betonung nicht-monetärer Faktoren könnten wichtige Impulse für zukünftige geldpolitische Debatten geben.

Sein Abschied unterstreicht die anhaltenden internen Diskussionen über die Ausrichtung der US-Geldpolitik.