Waller: Arbeitsmarktdaten noch kein klares Signal für Fed-Politik
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Waller: Arbeitsmarktdaten noch kein klares Signal für Fed-Politik

Fed-Gouverneur Christopher J. Waller sieht die jüngsten starken Arbeitsmarktdaten als potenzielles 'Rauschen' und mahnt zur Vorsicht bei der Zinspolitik. Er hatte im Januar gegen eine Zinspause gestimmt und eine weitere Senkung befürwortet.

Waller: Januar-Daten noch kein Trend

Fed-Gouverneur Christopher J. Waller hatte im Januar gegen die Zinspause gestimmt und eine weitere Senkung um 25 Basispunkte befürwortet.

Er begründete dies mit erhöhten Risiken für den Arbeitsmarkt und einer unterliegenden Inflation nahe zwei Prozent.

Seit September hatte es bereits drei Zinssenkungen gegeben.

Der jüngste Arbeitsmarktbericht für Januar übertraf die Erwartungen deutlich, mit mehr geschaffenen Arbeitsplätzen als in den neun Vormonaten zusammen.

Waller warnte jedoch: 'Wir werden nicht wissen, ob der Aufschwung in dieser ersten Schätzung der Jobschaffung Signal oder Rauschen ist, bis wir weitere Daten erhalten.'

Er betonte, dass weitere Daten vor der März-Sitzung des FOMC entscheidend sein werden, um zu beurteilen, ob die Verbesserung nachhaltig ist oder lediglich 'Rauschen'.

Gespaltene Konsumausgaben und schwaches Jobjahr 2025

Die gesamtwirtschaftliche Aktivität wuchs im vierten Quartal 2025 um solide 1,4 Prozent, wobei die privaten Konsumausgaben von 3,5 auf 2,4 Prozent zurückgingen.

Waller hob eine Spaltung im Konsumverhalten hervor: Während einkommensstarke Haushalte, gestützt durch den Aktienmarkt, weiterhin robust ausgeben, reduzieren Haushalte mit mittlerem und geringem Einkommen ihre Ausgaben oder wechseln zu günstigeren Produkten.

Diese Entwicklung könnte eine breitere wirtschaftliche Schwäche maskieren.

Die jährlichen Revisionen der Arbeitsmarktdaten zeigten zudem, dass 2025 mit durchschnittlich nur 15.000 neuen Arbeitsplätzen pro Monat das schwächste Jahr für die Jobschaffung seit 2002 außerhalb einer Rezession war.

Waller bezeichnete dies als einen 'schwachen und fragilen' Arbeitsmarkt.

Zwischen Hoffnung und Skepsis

Wallers Rede verdeutlicht das Dilemma der Fed, zwischen ermutigenden Einzeldaten und anhaltenden strukturellen Schwächen abzuwägen.

Sein Dissens im Januar unterstreicht die interne Debatte und die hohe Hürde für schnelle geldpolitische Kurswechsel.

Die kommenden Februar-Daten werden entscheidend sein, ob die jüngste Arbeitsmarktstärke als nachhaltiges Signal oder lediglich als vorübergehendes Rauschen interpretiert wird.

Quelle: Waller, Labor Market Data: Signal or Noise?

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