Waller: Fed-Operationen effizienter gestalten
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Waller: Fed-Operationen effizienter gestalten

Christopher J. Waller, Mitglied des Federal Reserve Board, plädiert für eine Zentralisierung und Standardisierung der Back-Office-Funktionen der regionalen Reserve Banks. Dies soll die Effizienz steigern und die Unabhängigkeit der Fed stärken.

Effizienz durch System-weite Standardisierung

Die Federal Reserve muss ihre internen Abläufe modernisieren, um öffentliche Ressourcen weise einzusetzen und ihre Unabhängigkeit zu wahren, so Christopher J. Waller.

Er schlägt vor, Back-Office-Funktionen wie IT, Personalwesen, Finanzmanagement und Zahlungsverkehr zu zentralisieren und zu standardisieren.

Diese Dienste, die für alle zwölf Reserve Banks essenziell sind, müssen nicht auf zwölf verschiedene Arten erbracht werden.

Eine systemweite Standardisierung würde die Betriebskosten senken und das Risikomanagement verbessern, wodurch letztlich die Steuerzahler profitieren.

Im Gegensatz dazu sollen einzigartige regionale Aufgaben wie Abstimmungen über die Geldpolitik, Forschungsfunktionen zur Unterstützung der Präsidenten, Gemeinschaftsarbeit, Gemeindeentwicklung, Bankenaufsicht und Diskontfensteroperationen weiterhin lokal verwaltet werden.

Waller betont, dass diese Unterscheidung entscheidend ist, um die Effizienz zu steigern, ohne die regionale Ausrichtung der Fed zu gefährden.

Die Präsidenten der Reserve Banks haben bereits einen Rahmen entwickelt, um diese Vorteile zu realisieren, was Waller als 'gewaltigen Schritt nach vorn' lobt.

Regionale Autonomie durch kollektive Führung

Waller begegnet Bedenken, sein Vorschlag könnte die regionale Unabhängigkeit der Reserve Banks untergraben.

Er betont, dass das föderale Design der Fed, das die Machtkonzentration in Washington und an der Wall Street vermeidet, erhalten bleibt.

Die Reserve Banks sollen weiterhin unabhängige operative Entscheidungen treffen, jedoch als kollektive Gruppe.

Anstatt bankweise zu agieren, sollen sie gemeinsam Entscheidungen treffen, die vom Board of Governors beaufsichtigt werden.

Funktionen wie das Personalwesen werden von einer einzelnen Reserve Bank zentral geleitet, die als 'Dienstleister' für die anderen fungiert.

Dies stärke die Rechenschaftspflicht und ermögliche eine kosteneffiziente Ressourcenallokation.

Waller versichert, dass die operative Unabhängigkeit der Reserve Banks in diesem Rahmen nicht verwässert wird, da die Kontrolle über die Operationen bei den Banken verbleibt und jede Bank ihre lokale Expertise einbringt.

Mindset-Wandel als Schlüssel

Für die Wirksamkeit des neuen Rahmens ist ein grundlegender Wandel in der Denkweise erforderlich: Die Präsidenten und Ersten Vizepräsidenten der Banken müssen eine 'System zuerst, Bank zweitrangig'-Mentalität annehmen, was eine Abkehr von der historischen 'Bank zuerst'-Philosophie darstellt.

Dieser Übergang von einem Konsensmodell zu einer delegierten Entscheidungsfindung erfordert kollektives Vertrauen in die führende Bank und deren Verpflichtung zur Servicebereitstellung.

Nur so kann die wichtige Transformation der Fed-Operationen erfolgreich vorangetrieben werden.

Quelle: Waller, Update On Federal Reserve Bank Operations

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