FSB warnt vor Risiken in Staatsanleihen und Privatkrediten
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FSB warnt vor Risiken in Staatsanleihen und Privatkrediten

Der stellvertretende Generalsekretär des Finanzstabilitätsrats (FSB) warnt vor wachsenden Risiken im globalen Finanzsystem. Er betont die Notwendigkeit erhöhter Resilienz angesichts geopolitischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten.

Gefahren in Staatsanleihen und überbewerteten Märkten

Der globale Ausblick ist von erheblicher Unsicherheit geprägt, insbesondere durch den Konflikt im Iran, der zu volatilen Energiepreisen und Stagflationssorgen führt.

Finanzmärkte zeigen sich dabei übermäßig optimistisch, was überbewertete Vermögenspreise anfällig für starke Korrekturen macht.

Besonders Staatsanleihenmärkte sind verwundbar, da gehebelte Handelsstrategien von Hedgefonds – mit fast 3 Billionen Dollar oder 25 Prozent ihrer Vermögenswerte – bei steigenden Repo-Zinsen oder höheren Margenanforderungen schnell abgewickelt werden könnten.

Dies birgt das Risiko destabilisierender Effekte, ähnlich den Marktturbulenzen im März 2020.

Die zunehmende Vernetzung des Finanzsystems bedeutet, dass Schwachstellen sich rasch ausbreiten können, was eine erhöhte Wachsamkeit und proaktives Risikomanagement erfordert.

Das FSB überwacht diese Entwicklungen genau, um Anzeichen von Belastungen der globalen Finanzstabilität frühzeitig zu erkennen und die Widerstandsfähigkeit des Systems zu gewährleisten.

Das ungetestete Wachstum der Privatkredite

Privatkredite, definiert als bilaterale Direktkredite von Nichtbanken an mittelständische Unternehmen, haben sich in den letzten zehn Jahren zu einer wichtigen und innovativen Finanzierungsquelle entwickelt.

Mit geschätzten 1,5 bis 2,0 Billionen Dollar Ende 2024 überbrücken sie Finanzierungslücken und unterstützen aufstrebende Industrien wie die künstliche Intelligenz.

Dieses Wachstum bringt jedoch neue Schwachstellen mit sich, insbesondere durch die zunehmenden Verflechtungen zwischen Privatkreditfonds, Banken, Versicherern und Private-Equity-Firmen.

Das FSB hebt in einem aktuellen Bericht hervor, dass der Markt in seiner aktuellen Größe noch nicht unter Stress getestet wurde und Datenlücken die Sichtbarkeit potenzieller Ansteckungskanäle behindern.

Auch die Abhängigkeit von weniger bekannten Ratingagenturen für Privatkredit-Ratings wirft Fragen auf.

Das FSB plant, die Analyse von Verflechtungen und Liquiditäts-Mismatch zu vertiefen, die Transparenz durch verbesserte Berichtsrahmen zu erhöhen und Aufsichtsansätze für Risikomanagement und Governance zu teilen.

Versicherer als Stabilitätsanker unter Beobachtung

Der Versicherungssektor spielt eine entscheidende Rolle bei der Stärkung der systemischen Resilienz, ist aber selbst vielfältigen Herausforderungen ausgesetzt, darunter Klimarisiken und die Komplexität der Finanzmärkte.

Obwohl Versicherer aufgrund ihrer langfristigen Verbindlichkeiten und großen Allokationen in Staatsanleihen als stabilisierende Investoren agieren können, zeigte die Gilt-Markt-Episode 2022, dass auch sie unter Stress zu einer Quelle der Amplifikation werden können.

Das FSB und die IAIS arbeiten daher an der Stärkung der Widerstandsfähigkeit des Sektors, unter anderem durch neue Leitlinien zur Abwicklung von Versicherern.

Die Fähigkeit der Versicherer, sich an neue Risiken anzupassen und die wirtschaftliche Stabilität zu unterstützen, ist für ein funktionierendes Finanzsystem unerlässlich und erfordert kontinuierliche Aufsicht und Anpassung.

Quelle: Building Resilience in an Uncertain World

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