FSB-Chef warnt G20 vor 'Double-Whammy'-Risiko
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FSB-Chef warnt G20 vor 'Double-Whammy'-Risiko

FSB-Vorsitzender Andrew Bailey warnt die G20-Finanzminister und Zentralbankgouverneure vor einer erhöhten Gefahr für die Finanzstabilität. Der Konflikt im Nahen Osten könnte mehrere Schwachstellen gleichzeitig aktivieren und Risiken verstärken.

Gefahr des doppelten Schlags

Der Konflikt im Nahen Osten hat einen erheblichen Schock für die Weltwirtschaft ausgelöst, der sich in signifikanten Finanzmarktreaktionen, insbesondere bei Energiepreisen und Staatsanleiherenditen, manifestiert.

Das Finanzsystem hat diesen Schock bisher absorbiert, was die durch Nachkrisenreformen aufgebaute Resilienz widerspiegelt.

Die Finanzbedingungen haben sich jedoch verschärft.

Der FSB warnt vor der Wechselwirkung dieser Volatilität und Verschärfung mit anderen Schwachstellen wie überhöhten Vermögensbewertungen, der zunehmend konzentrierten und hohen Verschuldung im Nichtbankensektor sowie Liquiditätsengpässen und mangelnder Transparenz in bestimmten Märkten, insbesondere im Private-Credit-Sektor.

Es besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass sich mehrere Schwachstellen gleichzeitig manifestieren und die Bedrohung für die Finanzstabilität und die Bereitstellung kritischer Finanzdienstleistungen verstärken – ein 'Double- oder Triple-Whammy'-Risiko.

Souveräne Anleihen und Private Credit

Die Märkte für Staatsanleihen verzeichnen weiterhin hohe Emissionsvolumina.

Eine hohe Hebelnutzung durch wenige Fonds birgt das Risiko ungeordneter Positionsauflösungen und Illiquidität in Kernmärkten, was ständige Wachsamkeit erfordert.

Risikoprämien an globalen Aktien- und Schuldenmärkten bleiben historisch komprimiert, was bei wirtschaftlicher Verschlechterung eine scharfe Anpassung auslösen könnte.

Im Private-Credit-Sektor verschärfen sich Bedenken bezüglich Vermögensqualität, Bewertungen und Liquidität, was zu vermehrten Rücknahmeanträgen führt.

Die Opazität dieses Sektors könnte bei steigendem Schuldendienst Druck einen breiteren Vertrauensverlust auslösen.

Das FSB wird diese potenziellen Schwachstellen in seinem bevorstehenden Bericht detailliert untersuchen.

Resilienz unter Druck

Das Finanzsystem hat den Schock bisher absorbiert, doch die Kumulation von Schwachstellen könnte die Stabilität gefährden.

Die Warnung des FSB-Vorsitzenden unterstreicht die Dringlichkeit, Reformen wie Basel III fortzusetzen und die Überwachung von Nichtbanken zu intensivieren.

Ohne verstärkte internationale Kooperation könnten die Risiken in einem unberechenbaren Umfeld schnell eskalieren.