FSB finalisiert Leitfaden für Versicherer-Abwicklung
Der Finanzstabilitätsrat (FSB) hat seinen finalen Leitfaden zur Abwicklungsplanung für Versicherer veröffentlicht. Er bietet Behörden einen strukturierten Ansatz zur Bewertung, welche Versicherer diesen Anforderungen unterliegen sollen.
Sechs Kriterien für die Abwicklungsplanung
Der nun veröffentlichte Leitfaden des Finanzstabilitätsrats (FSB) definiert sechs zentrale Kriterien, die Aufsichtsbehörden bei der Beurteilung von Versicherern für die Abwicklungsplanung (RRP) berücksichtigen sollen.
Dazu gehören die Art, Größe und Komplexität des Versicherers, seine Substituierbarkeit, grenzüberschreitende Aktivitäten sowie seine Vernetzung im Finanzsystem.
Darüber hinaus legt das FSB spezifische Umstände fest, unter denen RRP-Anforderungen zwingend anzuwenden sind.
Dies ist der Fall, wenn ein Versicherer eine kritische Funktion erfüllt oder sein Ausfall voraussichtlich erhebliche Auswirkungen auf das Finanzsystem oder die Realwirtschaft einer Jurisdiktion hätte.
Diese Vorgaben sind darauf ausgelegt, mit den Insurance Core Principles der International Association of Insurance Supervisors (IAIS) übereinzustimmen und eine konsistente Anwendung der Key Attributes effektiver Abwicklungsregime zu fördern.
Konsistenz mit Flexibilität
Der Leitfaden fördert die konsistente Anwendung der Key Attributes über Jurisdiktionen hinweg, bietet aber auch Flexibilität für unterschiedliche Marktstrukturen und Aufsichtspraktiken.
Er unterstützt Behörden bei der Meldung von Versicherern für die FSB-Liste der Abwicklungsplanung unterliegenden Institute, die jährlich im FSB Resolution Report erscheint.
Im Jahr 2025 hatte das FSB eine Konsultation zu einem Entwurf des Leitfadens gestartet.
Die nun finalisierte Fassung berücksichtigt das öffentliche Feedback, das während dieser Konsultationsphase eingegangen ist.
Versicherer-Abwicklung: Pragmatismus statt G-SIIs
Die Finalisierung dieses Leitfadens ist ein wichtiger Schritt zur Stärkung der globalen Finanzstabilität im Versicherungssektor.
Er schafft dringend benötigte Klarheit und Konsistenz für Aufsichtsbehörden weltweit, indem er einen pragmatischen Ansatz für die Abwicklungsplanung etabliert.
Damit wird die Resilienz des Finanzsystems gegenüber potenziellen Schocks durch Versichererausfälle signifikant verbessert.