Finanzstabilität: FSB warnt vor Fragmentierung und neuen Risiken
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Finanzstabilität: FSB warnt vor Fragmentierung und neuen Risiken

Der Finanzstabilitätsrat (FSB) warnt in seinem Jahresbericht 2025 vor zunehmender Fragmentierung und neuen Risiken im globalen Finanzsystem. Trotz der Herausforderungen zeigte sich der Sektor resilient, doch digitale Assets und KI erfordern neue Ansätze.

Resilienz trifft auf neue Bruchlinien

Trotz globaler Umbrüche zeigte sich der Finanzsektor 2025 resilient, ein Erfolg der seit der globalen Finanzkrise (GFC) umgesetzten Reformen.

Gleichzeitig wandelt sich das Finanzsystem rasant und bringt neue, komplexe Herausforderungen mit sich.

Der FSB identifiziert anhaltende Schwachstellen: Steigende Staats- sowie Unternehmens- und Haushaltsschulden in einigen Regionen bergen Risiken.

Die Nichtbanken-Finanzintermediation (NBFI) wächst schneller als der Bankensektor, was die Komplexität und Opazität der Verflechtungen erhöht.

Besondere Aufmerksamkeit gilt der zunehmenden Verschuldung bei Nichtbanken-Investoren und Liquiditäts-Fehlentwicklungen bei offenen Fonds.

Die Marktrallye seit April 2025 führte zu hohen Bewertungen und komprimierten Risikoprämien, ähnlich der Lage vor der GFC 2008, was das Risiko scharfer Marktkorrekturen birgt.

Operationelle Schwachstellen und die Volatilität der Kryptomärkte bleiben ebenfalls im Fokus, wobei deren Auswirkungen auf das breitere Finanzsystem 2025 begrenzt blieben.

Reformen: Fortschritte und Lücken

Der FSB fördert weiterhin die Finanzstabilität und reagiert auf neue Schwachstellen.

2025 wurden Empfehlungen zur Begrenzung der Verschuldung in der Nichtbanken-Finanzintermediation (NBFI) finalisiert und eine Nonbank Data Task Force zur Schließung von Datenlücken eingerichtet.

Ein Format für den Austausch von Berichten über operationelle Vorfälle wurde ebenfalls fertiggestellt.

Trotz dieser Fortschritte zeigte eine Überprüfung des globalen Regulierungsrahmens für Krypto-Assets und Stablecoins erhebliche Lücken und Inkonsistenzen.

Auch Initiativen zur Verbesserung grenzüberschreitender Zahlungen haben sich noch nicht in spürbaren Verbesserungen für Endnutzer niedergeschlagen.

Eine mehrjährige Überprüfung der Umsetzung von FSB-Empfehlungen deckte zudem eine ungleichmäßige Fortschrittsrate bei G20-Reformen auf, insbesondere bei Basel III, wo Verzögerungen und Inkonsistenzen Risiken bergen.

Multilateralismus unter Druck, Fortschritt ungleichmäßig

Der FSB-Bericht zeigt ein ambivalentes Bild: Das Finanzsystem ist resilient, doch neue Risiken durch Fragmentierung, KI und digitale Assets erfordern dringende, koordinierte Antworten.

Die ungleichmäßige Umsetzung globaler Reformen, insbesondere bei Basel III, untergräbt die kollektive Anstrengung zur Sicherung der Finanzstabilität.

Ohne konsequente Implementierung drohen die Fortschritte der letzten Jahre erodiert zu werden, was die globale Finanzarchitektur anfälliger macht.