FSB-Generalsekretär fordert differenzierte Regulierung für Nichtbanken
FSB Speech Read in English

FSB-Generalsekretär fordert differenzierte Regulierung für Nichtbanken

Der Finanzstabilitätsrat (FSB) plädiert für einen nuancierten Ansatz bei der Regulierung des Nichtbanken-Sektors. Generalsekretär John Schindler betont die Notwendigkeit maßgeschneiderter Regeln, die die Vielfalt der Akteure berücksichtigen.

Nichtbank ist nicht gleich Nichtbank

Der Finanzstabilitätsrat (FSB) warnt vor einer pauschalen Betrachtung des Nichtbanken-Sektors.

Generalsekretär John Schindler betont, dass der Begriff 'Nichtbanken-Finanzintermediation' (NBFI) oft missbraucht wird, als handele es sich um eine monolithische Einheit.

Dabei umfasse NBFI eine enorme Vielfalt an Akteuren – von Geldmarktfonds über Hedgefonds bis hin zu Pensionsfonds und Versicherungen.

Jede dieser Entitäten habe einzigartige Geschäftsmodelle, Funktionen und Risiken für die Finanzstabilität.

Eine undifferenzierte Regulierung könne die tatsächlichen Risiken in spezifischen Teilsektoren über- oder unterbewerten.

Schindler zitiert Jane Austen: "Einige Jahre jedoch werden ihre Meinungen auf die vernünftige Grundlage des gesunden Menschenverstandes und der Beobachtung stellen.

" Dies gelte auch für die Regulierer, die nun ein klareres Bild der Nichtbanken hätten.

Von COVID bis Archegos: Nichtbanken in der Krise

Der Nichtbanken-Sektor hat seit der globalen Finanzkrise erheblich an Größe und Komplexität zugenommen.

Mit über 260 Billionen US-Dollar machen Nichtbanken inzwischen mehr als die Hälfte der globalen Finanzanlagen aus.

Sie bieten wichtige Finanzdienstleistungen und alternative Finanzierungsquellen, was die Risikokonzentration im Bankensektor reduziert.

Allerdings haben die Aktivitäten der Nichtbanken in jüngster Zeit auch systemische Risiken offenbart.

Schindler nannte Liquiditätsengpässe bei Geldmarktfonds während der COVID-19-Pandemie, den Kollaps von Archegos (März 2021) und die Turbulenzen am britischen Gilt-Markt (September 2022).

Diese Episoden zeigten, dass unzureichend gemanagte Risiken bei Nichtbanken weitreichende Auswirkungen auf das gesamte Finanzsystem haben können.

Sowohl ja als auch nein

Die Frage, ob Nichtbanken wie Banken reguliert werden sollten, beantwortet Schindler mit 'sowohl ja als auch nein'.

Einerseits seien bankähnliche Regeln für Liquidität und Kapital dort sinnvoll, wo Nichtbanken ähnliche Schwachstellen aufweisen.

Andererseits erforderten die unterschiedlichen Geschäftsmodelle und Risikoprofile maßgeschneiderte Ansätze, da eine Einheitslösung die Komplexität des Sektors nicht erfassen würde.