Strukturelle Risiken in Repo-Märkten für Staatsanleihen
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Strukturelle Risiken in Repo-Märkten für Staatsanleihen

Der Finanzstabilitätsrat (FSB) hat strukturelle Schwachstellen in den Repo-Märkten für Staatsanleihen identifiziert. Ein neuer Bericht beleuchtet die Risiken von Leverage, Ungleichgewichten und Konzentration.

Drei Säulen der Instabilität

Der Bericht des FSB beziffert das Volumen der ausstehenden, durch Staatsanleihen besicherten Repo-Geschäfte Ende 2024 auf rund 16 Billionen US-Dollar.

Etwa 80 Prozent aller ausstehenden Repo-Geschäfte sind durch Staatsanleihen gedeckt.

Der US-Markt macht fast 60 Prozent davon aus, gefolgt von der Eurozone und dem Vereinigten Königreich mit jeweils 15 Prozent und Japan mit 10 Prozent.

Das FSB identifiziert drei strukturelle Schwachstellen: Erstens, die Märkte können den Aufbau von Leverage erleichtern, insbesondere durch niedrige Haircuts und hohe Wiederverpfändung.

Hedgefonds haben ihre Cash-Aufnahmen in Repo-Märkten auf fast 3 Billionen US-Dollar erhöht.

Zweitens, Nachfrage- und Angebotsungleichgewichte können in Stressperioden schnell entstehen, wenn Cash-Borrower Liquidität benötigen und Cash-Lender zurückhaltend sind.

Drittens, die hohe Konzentration bei zentralen Akteuren wie CCPs, Custodians und Intermediären erhöht das Risiko von Marktstörungen.

Ansteckungsgefahr im Finanzsystem

Die im Bericht identifizierten Schwachstellen bergen erhebliche Ansteckungsrisiken für das gesamte Finanzsystem.

Erstens kann ein Deleveraging durch Cash-Borrower in Stresszeiten zu Abwärtsdruck auf die Preise von Staatsanleihen führen, da Hedgefonds ihre Positionen schnell liquidieren müssen.

Zweitens setzen gehebelte Finanzinstitute ihre Gegenparteien Kreditrisiken aus; 70 Prozent der nicht-zentral geclearten Repo-Transaktionen operieren mit Null-Haircuts.

Drittens können grenzüberschreitende Repo-Aktivitäten dazu führen, dass Stress in einem Markt andere Jurisdiktionen beeinträchtigt, insbesondere da ein großer Anteil dieser Aktivitäten Dealer-Banken und Hedgefonds betrifft.

Ein Weckruf für Regulierer

Dieser umfassende Bericht des FSB ist ein dringender Weckruf an die Regulierungsbehörden.

Er zeigt auf, dass die Repo-Märkte trotz ihrer Bedeutung für die Finanzstabilität weiterhin erhebliche, strukturelle Risiken bergen, die in Krisen schnell eskalieren können.

Die identifizierten Datenlücken sind dabei ein zentrales Hindernis für eine effektive Überwachung und erfordern umgehendes Handeln.

Quelle: Vulnerabilities in Government Bond-backed Repo Markets

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