Yue: Strukturwandel zu grüner Wirtschaft entscheidend
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Yue: Strukturwandel zu grüner Wirtschaft entscheidend

HKMA-Chef Eddie Yue betont auf internationaler Konferenz die Notwendigkeit eines strukturellen Übergangs zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft. Er skizziert die Rolle der nachhaltigen Finanzierung und die Agenda der HKMA.

HKMA: Drei Säulen für den Wandel

Eddie Yue betonte die Notwendigkeit eines bewussten Politikansatzes für einen erfolgreichen Übergang, gestützt auf Studien, die Emissionsreduktionen als Wachstumstreiber sehen.

Die HKMA setzt dies in ihrer 2024 gestarteten Sustainable Finance Action Agenda um.

Erstens senkt die HKMA die Kosten für die Umstellung durch FinTech-Lösungen wie die Tokenisierung grüner Anleihen und Kohlenstoffzertifikate.

Sie unterstützt zudem Banken in der Region beim Aufbau grüner Kapazitäten und der Talententwicklung.

Als Investor richtet die HKMA ihr eigenes Portfolio auf den Übergang aus, allokiert Kapital in erneuerbare Energien und mobilisiert Partner.

Blended-Finance-Ansätze sind dabei entscheidend, um Finanzierungslücken zu schließen.

Zweitens handelt die HKMA frühzeitig, um eine Festlegung der Realwirtschaft auf emissionsintensive Infrastrukturen zu verhindern.

Die Action Agenda bietet dem Markt Klarheit durch einen mehrjährigen Rahmen.

Klimarisiko-Stresstests und die Integration von Übergangsplanungen in die Aufsichtserwartungen helfen Banken, Kapital von kohlenstoffintensiven Aktivitäten umzulenken.

Drittens nutzt die HKMA Hongkongs Rolle als internationales Finanzzentrum, um grenzüberschreitende Fortschritte zu erzielen.

Sie hat die Hongkong-Taxonomie (Phase 1 und 2A) veröffentlicht, die auf grenzüberschreitende Kompatibilität ausgelegt ist.

Zudem entwickelt sie regulatorische Anforderungen für Bankenoffenlegungen, die internationalen Standards entsprechen, und teilt Best Practices in globalen Foren.

Asien-Pazifik im Fokus der Transformation

Die globale Debatte um ESG und nachhaltige Finanzen wird komplexer, doch die Realität des Klimawandels und die Notwendigkeit einer kohlenstoffarmen Wirtschaft bleiben bestehen.

Dies ist besonders im Asien-Pazifik-Raum relevant, da die Region über die Hälfte der weltweiten Kohlenstoffemissionen verursacht, während ihre Wirtschaft schnell wächst und der Energiebedarf steigt.

Nachhaltige Finanzen müssen daher ihren Fokus erweitern und glaubwürdige Übergangspfade in emissionsintensiven Sektoren unterstützen, die für Wachstum und Entwicklung unerlässlich sind.

Chinas Ansatz, der im 15. Fünfjahresplan eine Reduktion der Kohlenstoffintensität pro BIP-Einheit um 17 % bis 2030 vorsieht, bietet hier wertvolle Einblicke.

Dies zeigt, dass die Dekarbonisierung Teil der Wirtschaftsstrategie sein und mit breiteren Wachstumszielen in Einklang gebracht werden kann.

Für Märkte und Politik ist klar: Es geht nicht um das Ob, sondern um das Wie eines strukturellen Übergangs.

Forschung als Katalysator

Der Erfolg eines so umfassenden Wandels, wie ihn die HKMA anstrebt, hängt maßgeblich von einem gemeinsamen Verständnis zwischen Politik, Finanzinstituten und Forschern ab.

Die Betonung von Forschung und Zusammenarbeit, wie sie die Konferenz und der neue HKIMR-Bericht zeigen, ist daher entscheidend für die Qualität und Akzeptanz der grünen Transformation.

Dies unterstreicht, dass technische Lösungen allein nicht ausreichen, sondern ein kohärentes intellektuelles Fundament unerlässlich ist, um positive Spillover-Effekte für Märkte und Gemeinschaften zu erzielen.