Wohneigentum in Norwegen: Ungleichheit bei jungen Käufern wächst
Die Wahrscheinlichkeit, Wohneigentum zu erwerben, ist für junge Norweger ungleicher verteilt. Eine Studie der Norges Bank zeigt, dass die Kluft zwischen den Geburtsjahrgängen 1985 und 1991 um rund 11 Prozentpunkte zugunsten wohlhabenderer Käufer gewachsen ist.
Die wachsende Kluft bei jungen Wohneigentümern
Die Norges Bank hat eine Studie zur Entwicklung des Wohneigentums bei jungen Norwegern veröffentlicht.
Sie zeigt eine wachsende Ungleichheit beim Zugang zum Eigenheim zwischen den Geburtsjahrgängen 1985 und 1991. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Jahrgang 1991 bis zum Alter von 30 Jahren Wohneigentum besitzt, ist um etwa 11 Prozentpunkte geringer als beim Jahrgang 1985. Dieser Rückgang ist ungleich verteilt: Untergruppen mit geringerem erwarteten Einkommen oder geringem elterlichen Vermögen verzeichneten einen weiteren Rückgang der Wohneigentumswahrscheinlichkeit.
Bei hohem erwarteten Einkommen und/oder wohlhabenden Eltern blieb die Wahrscheinlichkeit hingegen hoch.
Die Analyse der Jahrgänge 1985 bis 1991 ab dem Alter von 20 Jahren bis Ende 2024 berücksichtigte geografischen Wohnort, erwartetes Einkommen, elterliches Vermögen, Bildungsstand und Geschlecht.
Elterliches Vermögen und Kreditregeln als Hürden
Der Zugang zum Wohneigentum ist in Norwegen ein politisches Ziel, wird aber für junge Käufer schwieriger.
Steigende Immobilienpreise sind ein globales Phänomen; in den USA stieg das Durchschnittsalter der Erstkäufer bis 2024 auf 38 Jahre.
Der Anteil der Wohneigentümer sank dort für die Jahrgänge 1980-1984 bis 30 Jahre auf 35 Prozent (vs. 48 Prozent für Jahrgänge um 1960).
Frühere norwegische Studien zeigten bereits erschwerten Zugang für junge Menschen ohne wohlhabende Eltern.
Verschärfte Kreditvergabevorschriften, wie LTV-Anforderungen, und wachsende finanzielle Ungleichheit, die mehr Haushalte mit geringerem Einkommen zur Miete zwingt, werden als negative Faktoren genannt.
Die soziale Schere öffnet sich weiter
Diese Studie der Norges Bank bestätigt einen besorgniserregenden Trend: Der Traum vom Eigenheim wird für junge Menschen ohne finanzielle Rückendeckung zunehmend unerreichbar.
Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit, die Auswirkungen von Kreditvergaberegeln und Vermögensungleichheit auf den sozialen Zusammenhalt zu evaluieren.
Ohne gezielte Maßnahmen droht eine weitere Spaltung der Gesellschaft in Wohneigentümer und dauerhafte Mieter.