Norges Bank identifiziert Wetterrisiken für 13 Prozent der Haushalte
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Norges Bank identifiziert Wetterrisiken für 13 Prozent der Haushalte

Etwa 13 Prozent der norwegischen Haushalte leben in Gebieten mit erhöhten wetterbedingten Risiken, so ein Staff Memo der Norges Bank. Dies entspricht 11,5 Prozent des Gesamtwerts aller Immobilien.

13 Prozent der Haushalte in Risikozonen

Norwegens Wetterbedingungen ändern sich, und die Auszahlungen von Versicherungen sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen.

Ein Staff Memo der Norges Bank identifiziert, dass etwa 13 Prozent der norwegischen Haushalte in Gebieten mit erhöhten wetterbedingten Risiken leben.

Dies entspricht 11,5 Prozent des Gesamtwerts aller Immobilien.

Während Daten zu Überschwemmungen, Lawinen, Erdrutschen und Sturmfluten lange verfügbar waren, liegen nun auch Informationen zum Risiko von Starkregen-Eintritt vor.

Die Studie betont, dass ein Anstieg wetterbedingter Schäden in den kommenden Jahren zu höheren Kosten für Hausbesitzer führen könnte.

Die Autoren weisen darauf hin, dass die Infrastruktur und Gebäude oft an historische Wetterbedingungen angepasst sind.

Wenn das Wetter von den Erwartungen abweicht, steigt die Wahrscheinlichkeit unvorhergesehener Schäden.

"Die Ansichten und Schlussfolgerungen in dieser Veröffentlichung sind die der Autoren und spiegeln nicht notwendigerweise die der Norges Bank wider," heißt es im Memo.

Steigende Kosten für Hausbesitzer

Die Zunahme von Schäden hat Versicherungsunternehmen dazu veranlasst, Prämien erheblich zu erhöhen.

Seit 2016 sind die Wohngebäudeversicherungsprämien in Norwegen um mehr als 60 Prozent gestiegen, und die Beiträge zum Naturgefahrenpool erhöhten sich von 2024 auf 2025 um 23 Prozent.

Parallel dazu stiegen die durchschnittlichen Kommunalgebühren für Wohneigentum von 2016 bis 2024 um über 115 Prozent.

Diese Kostensteigerungen haben die durchschnittlichen Ausgaben für Hausbesitzer in zehn Jahren fast verdoppelt.

Höhere Kosten und die Erwartung zukünftiger wetterbedingter Schäden können Immobilienpreise senken und die Schuldendienstfähigkeit der Haushalte beeinträchtigen, wobei Studien 5-10 Prozent geringere Werte in Hochrisikozonen zeigen.

Kollektiver Schutz, individuelle Anreize

Das norwegische System des kollektiven Naturschadenschutzes sichert zwar breite Abdeckung, dämpft jedoch zugleich Anreize für individuelle Prävention.

Die Studie der Norges Bank unterstreicht die wachsende Relevanz physischer Klimarisiken für die Finanzstabilität, die lange als nachrangig galten.

Dies erfordert eine Neubewertung von Risikomodellen und politischen Maßnahmen, um die Verwundbarkeit von Haushalten zu mindern.