Bache: Modelle zeigen Zinsen dämpfen Inflation und Konsum
Norges Bank Gouverneurin Ida Wolden Bache betonte die Rolle forschungsbasierter Modelle für geldpolitische Entscheidungen. Diese zeigen, wie Zinserhöhungen Inflation und Konsum beeinflussen.
Das Modell-Arsenal der Norges Bank
Ida Wolden Bache, Gouverneurin der Norges Bank, beleuchtete in ihrer Präsentation die vielfältigen forschungsbasierten Modelle, die in der geldpolitischen Entscheidungsfindung zum Einsatz kommen.
Sie hob hervor, dass für unterschiedliche Zwecke auch unterschiedliche Modellansätze notwendig sind.
Für kurzfristige Prognosen setzt die Zentralbank auf datengesteuerte Modelle, die große Datensätze und maschinelles Lernen nutzen.
Diese ermöglichen eine präzise Einschätzung der unmittelbaren wirtschaftlichen Entwicklung.
Für mittelfristige Vorhersagen dient das Hauptmakromodell NEMO als zentrales Instrument, ergänzt durch alternative Modelle, die strukturelle Entwicklungen und theoretische Überlegungen berücksichtigen.
Diese Kombination aus verschiedenen Modelltypen gewährleistet eine robuste und umfassende Analyse der Wirtschaftslage und unterstützt den EZB-Rat dabei, fundierte Entscheidungen zu treffen, die sowohl kurzfristige Schocks als auch langfristige Trends berücksichtigen.
Zinskanal wirkt über Cashflow
Aktuelle Mikrodatenstudien der Norges Bank belegen einen direkten Cashflow-Kanal der Geldpolitik.
Eine Untersuchung von Ahn, Galaasen und Mæhlum (2024) zeigt, dass eine Erhöhung des Leitzinses um einen Prozentpunkt den Konsum von Haushalten mit hohem Schuldenstand im Verhältnis zum Einkommen signifikant reduziert.
Dieser Effekt ist bereits nach einem halben Jahr spürbar und verstärkt sich innerhalb eines Jahres.
Parallel dazu bestätigen weitere Forschungen von Aastveit und Maffei-Faccioli (2026), dass eine Anhebung des Geldmarktsatzes um 0,25 Prozentpunkte zu einem allmählichen Rückgang der Inflation führt.
Sowohl die importierte als auch die binnenwirtschaftliche Inflation werden dadurch gedämpft, wobei die Effekte über einen Zeitraum von 30 bis 35 Monaten sichtbar werden.
Modelle als Kompass, nicht als Autopilot
Die Präsentation unterstreicht die wachsende Bedeutung komplexer Modelle für die Zentralbankpolitik, doch sie sind kein Allheilmittel.
Ihre Stärke liegt in der Fähigkeit, vielfältige Kanäle der Geldpolitik zu beleuchten und datengestützte Prognosen zu liefern.
Letztlich bleiben sie jedoch Werkzeuge, die menschliche Urteilsfähigkeit und Erfahrung nicht ersetzen können, sondern als wichtige Entscheidungshilfe dienen.