Inflationserwartungen von Firmenlenkern beeinflussen Preisbildung in Norwegen
Eine neue Studie der Norges Bank zeigt, dass die Inflationserwartungen von Firmenlenkern die Preisbildung in Norwegen signifikant beeinflussen. Besonders in volatilen Zeiten verbessern diese Erwartungen kurzfristige Inflationsprognosen.
Erwartungen als Inflations-Treiber
Eine neue Studie der Norges Bank beleuchtet die zentrale Rolle von Inflationserwartungen bei der Preisbildung in Norwegen, insbesondere nach dem Inflationsanstieg von 2022 bis 2023.
Die Analyse, basierend auf vierteljährlichen Umfragedaten der Norges Bank, konzentriert sich auf die Erwartungen von Firmenlenkern.
Es zeigt sich ein positiver und statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen den Inflationserwartungen von Unternehmensführern und der heimischen Inflation, der auch bei unterschiedlichen Inflationsmaßen bestehen bleibt.
Die Studie verwendet ein um Erwartungen erweitertes Phillips-Kurven-Modell.
Die Ergebnisse unterstreichen, dass die Erwartungen von Firmenlenkern und professionellen Ökonomen die kurzfristigen Inflationsprognosen verbessern, besonders seit 2020, als die Volatilität von Inflation und Erwartungen zunahm.
Der Informationswert von Erwartungen ist regimeabhängig und in Phasen hoher Inflation oder erhöhter Unsicherheit besonders relevant.
Die Erkenntnisse betonen die Bedeutung umfragebasierter Erwartungen als Ergänzung zu traditionellen makroökonomischen Indikatoren für die Analyse und Prognose der Inflation in Norwegen.
Vom Anker zum Treiber
Über zwei Jahrzehnte hinweg blieben die kurzfristigen Inflationserwartungen in Norwegen nahe dem Inflationsziel und zeigten nur eine begrenzte Korrelation mit den tatsächlichen VPI-Schwankungen.
Dies festigte die Ansicht, dass die Erwartungen gut verankert waren.
Im Gegensatz dazu stiegen die Erwartungen während des Inflationsschubs von 2022 und 2023 jedoch signifikant an und blieben für mehrere Gruppen erhöht.
Theoretische und empirische Arbeiten legen nahe, dass erwartete Inflation eine zentrale Rolle bei den Preisentscheidungen von Unternehmen spielt.
Die Norges Bank's Expectations Survey, die seit 2002 vierteljährlich durchgeführt wird, erfasst Erwartungen von Arbeitsmarktorganisationen, Ökonomen, Firmenlenkern und Haushalten.
Die Studie konzentriert sich auf die Erwartungen von Firmenlenkern, da diese direkt die Preisüberlegungen der Unternehmen widerspiegeln.
Blick in die Köpfe der Firmenlenker
Diese Studie liefert einen entscheidenden Einblick in die Mechanismen der Preisbildung, indem sie die Bedeutung von Inflationserwartungen in volatilen Phasen hervorhebt.
Sie impliziert, dass Zentralbanken ihre Modelle um qualitative Umfragedaten erweitern müssen, um ein vollständigeres Bild der Inflationsdynamik zu erhalten.
Für die Geldpolitik bedeutet dies eine potenziell präzisere Steuerung, wenn die Erwartungen der Akteure besser verstanden und antizipiert werden.